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Thema: miniaturen

  1. #1009
    Avatar von Klaus Caesar
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    Ich habe es bis heute für mich behalten, aber jetzt muss es raus: Ich habe im Jahre 2017 mit eigenen Augen gesehen, wie Sigmar Gabriel in der Peek&Cloppenburg-Filiale am Tauentzien einen ganzen Stapel identischer Kingsize-Herrenanzüge kaufte. Peek&Cloppenburg, der Herrenausstatter der Ex-SPD-Parteivorsitzenden, das wäre ein zutreffender, aber womöglich nicht sehr zugkräftiger Werbespruch.

  2. #1010
    Avatar von slowtiger
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    (Vor 2 h) Wir sitzen vor einem Café in der Bergmannstr, da kommt ein sanft strahlender Herr in einem roten Anzug am Arm einer Frau mit mächtigen roten Haaren vorbei. C. beugt sich vor und flüstert: "Das ist diese Sängerin, die kennt mich ja, ich durfte deshalb ja nicht laut sagen, was für ein schöner roter Anzug", und während wir klären, welche Sängerin das nun war, geht in der Gegenrichtung am Arm einer anderen Frau Ingolf Lück vorbei. Zumindest sagt einer Ingolf Lück, es werden weitere Nasen genannt, schließlich gegoogelt, tatsächlich, er wars.

  3. #1011
    Hühnergott Avatar von Freewheelin_Biller
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    Julian Sands ist gar nicht vor ein paar Wochen beim Bergwandern verunglückt und tot, wie uns die Lügenpresse glauben machen will. Nein, er hat sich heimlich aus den USA davongestohlen, sich "ausgeklinkt" und inkognito das Rheinhotel in Andernach gekauft, ein paar Kilo zugelegt, und sitzt da jetzt in der Nachmittagssonne bei einem Gläschen Weißwein direkt vor der Tür.

    Das mit dem Vor-der-Tür-Sitzen hatte man schon den Bewertungen bei booking.com entnehmen können, wo mehrere schildern, dass der Besitzer den ganzen Tag allein mit Weinchen und Rheinblick vor der Tür sitzt und außerdem seine Angestellten Scheiße behandelt. Auch letzteres manifestiert sich beim Eintreten ins Rheinhotel. Wunderbar abgeranzt, "hat schon bessere Zeiten gesehen, aber versprüht noch den Glanz früherer Jahre", riesige Lounge und Frühstückssaal, in denen sich seit 60 Jahren nix geändert hat. Frühstück zurzeit leider nicht möglich, weil er, äh, kein Personal habe, direkt oben in der Stadt gebe es aber jede Menge Gelegenheiten.

    Der Besuch in Andernach hat zwei Gründe. Grund Eins ist der Andernacher Kaltwassergeysir, laut Wikipedia der höchste Kaltwassergeysir der Welt, der schon lange auf meiner To-Do-Liste stand. Grund zwei ist das Symposium der Charles-Bukowski-Gesellschaft, in die ich 2015 mal betrunken nachts im Internet eingetreten bin, ohne es bis dato zu einem der jährlichen Treffen geschafft zu haben. Freitag Abend geht es gleich mit einem formlosen Stammtisch los, und das ist ziemlich super. Rund ein Dutzend durch die Bank sympathische, interessante Leute, zwischen denen man sich gleich ausgesprochen wohl fühlt, obwohl man sie nie vorher getroffen oder gesprochen hat (im Gegensatz zu unserem MifeP-Forum hat die CBG kein Internetforum auf der Webseite, bis auf ein, zwei Leute sind auch alle mit Uraltsmarties unterwegs, die solche Sachen wie Whatsapp oder Instagram gar nicht können). Hatte so ein bisschen ein Feeling vom Tocotronic-Song "Ein Abend im Rotary Club". Jedenfalls werde ich alles drauf verwenden müssen, die Vorgänge genau zu verstehen.

    Andernach ist deswegen der Standard-Tagungsort der CBG, weil, für wer es nicht weiß, Charles Bukowski hier 1920 geboren wurde, bevor seine Eltern mit ihm drei Jahre später nach Los Angeles auswanderten. Mit seinem Patenonkel Heinrich ("Onkel Hein") hielt er zeitlebens per Post Kontakt, an Weihnachten wurden gegenseitig Pakete verschickt. Spektakulär auch der Brief, in dem er schreibt, dass er seinen Job bei der Post jetzt aufgegeben hat und versuchen möchte, sich als freier Schriftsteller durchzuschlagen. in fünf Wochen hat er dann "Post Office" runtergeschrieben. Sein Cousin Henrich Fett, der Sohn von Onkel Hein, hat die ganze Korrespondenz aufbewahrt. Da er dieses Frühjahr im Alter von 100 gestorben ist und lange Jahre Ehrenmitglied der CBG war, stand das diesjährige Symposium im Zeichen seiner Würdigung. 1978 war Buk dann sogar zu Besuch in Andernach, auf der "Ochsentour (Shakespeare never did this)" durch Deutschland. Residiert hat er da nicht im Rheinhotel von Julian, sondern im direkt daneben gelegenen "Anker", wo er sich gleich ein lebenslanges Hausverbot einhandelte, weil er gemeinsam mit einem Filmteam des WDR im Suff sein Zimmer zerlegte. Machte ihm aber nichts aus, weil er eh nicht nochmal nach Deutschland kam. Vielleicht hätten ihn seine Verwandten, die Fetts, in diesem Fall dann aber auch bei sich wohnen lassen, weil er sich dort sehr gut benommen haben soll. Es gibt schöne Fotos, wo sie alle beisammen im 50er-Jahre-Wohnzimmer sitzen oder das Kloster Maria Laach besuchen.

    Am späten Abend nach dem offiziellem Programm trifft man sich noch direkt am Rhein, am erst vor zwei Jahren offiziell so benannten Charles-Bukowski-Ufer. Auch dabei hatte die CBG ihre Finger im Spiel. Es gibt Weinchen aus Pappbechern, nette Gespräche, dem Alten hätte es ziemlich sicher gefallen.

    Eher Scheiße dann am nächsten Tag der Besuch beim Kaltwassergeysir. 18 € für ein letztlich enttäuschendes Sprudelteil, für das man inklusive alternativlos aufgezwungener Bootsfahrt drei Stunden Zeit aufwenden muss. Nachdem wir endlich wieder angelegt haben, prostet uns Julian Sands mit seinem gut gefüllten Gläschen zu, als wir am Rheinhotel vorbei gen Bahnhof ziehen.

  4. #1012
    Avatar von Alberto Balsam
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    Beruhigend vielleicht zu wissen, dass Hank bei seinem Trip den Kaltwassergeysir ignoriert hat

  5. #1013

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    (Ah, da haste Falko also kennengelernt, check.)

  6. #1014
    Hühnergott Avatar von Freewheelin_Biller
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    (Yep.)

  7. #1015
    Avatar von stu
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    Auf dem Gehsteig in der Luisenstraße kommt mir ein Mann mit einem albernen Gesichtsausdruck entgegen, er kommt mir vage bekannt vor. Er trägt einen dunkelblauen Anzug und eine riesige H&M Tüte, die mit schmutziger Wäsche gefüllt ist. Er bemerkt meinen Blick auf die Tüte und lächelt übertrieben freundlich. Clown, denke ich. Im Hausflur fällt es mir dann ein: Armin Laschet.

  8. #1016
    Moderator Avatar von Ruebenkraut
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    Wie hast du erkannt, dass schmutzige Wäsche in der Tüte war?

  9. #1017
    Avatar von stu
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    Man konnte in der Tüte zusammengeknüllte Henden sehen und ein paar Häuser weiter ist eine Reinigung.
    Geändert von stu (29.08.2023 um 19:57 Uhr)

  10. #1018
    Moderator Avatar von Ruebenkraut
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    Herrliches Bild: Laschet wird mit schmutziger Wäsche gesehen.

  11. #1019
    Nomember Avatar von maki
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    Vor dem Gasthaus Steman sitzt heute Mittag tatsächlich Dirk Stermann, und er guckt mich an, als würde er mich kennen und nicht ich ihn, und viel später fällt mir ein, dass ich ja "HAHA: STERMANN IM STEMAN!" hätte kreischen können.

  12. #1020
    Seniorita Avatar von elinor
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    Zur Zeit fallen mir ziemlich die Haare aus, nicht beängstigend, aber deshalb erwähnenswert, weil sie ja heutzutage kurz und weiß sind, und das auf meiner Kleidung so aussieht, als hätten mich Lotta Krachs Katzen besucht. Die Haare wachsen gnädigerweise wieder nach, aber sie rieseln mir weiterhin vom Haupt und selbst wenige von ihnen sind auf einem dunkelblauen Pullover auf zehn Meter Entfernung zu sehen! So geschmückt schritt ich kürzlich die Wilmersdorfer Straße hinunter, und da saß an einem kleinen Tisch vor einem Getränkeladen Rattelschneck, vor sich eine Flasche Bier. Ich setzte mich zu ihm, und er sagte natürlich sofort: "Du hast da was!“. Dann versuchten wir uns in Konversation, was nicht einfach ist. Ich glaube, ich habe keinen Satz zu Ende gebracht, weil er immer Zwischenfragen stellt oder Kommentare loslässt, die ich nicht verstehe. "Achtung! Promisichtung!!“ zischte ich. Ben Becker radelte heran, lehnte seinen 'Drahtesel' an einen Baum und betrat eilig den Laden. Er wirkte schlecht gelaunt und schaute uns argwöhnisch an, vielleicht überlegte er, ob wir ihn erkannt haben. "Ich muss!“ sagte Rattelschneck, und wir erhoben uns. Dann hat er mir noch sorgfältig meine silbernen Haare vom Pullover gesammelt. "Vorsicht, Busenalarm!“ rief ich. Inzwischen kam Becker mit Bierflasche aus dem Laden, ich deutete auf den Stuhl, auf dem vorher Rattelschneck gesessen hatte: "Voilà!“ sagte ich, und mürrisch nahm er Platz.
    Dann gingen wir unsrer Wege. Bis heute erinnere ich mich gern daran, wie lieb es war, von Rattelschneck gelaust zu werden.

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