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Thema: Grube, Tina (Bestsellerautorin)

  1. #1

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    Eine weitere nichtige Begegnung mit einer sehr zweifelhaften Berühmtheit, jedoch nicht ohne Moral.
    Vor einigen Jahren arbeitete ich in der Konzernzentrale einer weltumspannenden Waschmittel- und Kosmetikfirma. Das ist zugegebenermassen nicht ganz so glamourös wie für eine täglich erscheinende Tageszeitung zu schreiben, doch immerhin hatten wir ja Isabella Rosselini in einem Aufsichtsrat und einen ãChief Enterprise Officerä, der von einer Zeitschrift zum ãManager des Jahresä gewählt worden war.
    Just jener ãChief Officerä kam eines Tages zu mir und fragte mich, ob ich bei ihm zuhaus seine Frau ins Internet bringen könne. Das gehörte zwar nicht unbedingt zu meinen Aufgaben, aber er glaubte wohl, dass es ãmit Herrn Brömmer schneller gehtä. Im Zuge der Vorbereitungen des Hausbesuches verriet mir die Gattin, eine Frau der Feder zu sein und das Internet für ihre Recherchen zu benötigen. Erkundigungen im Sekretärinnenkreis ergaben, dass sie gerade unter ihrem Geburtsnamen einen erfolgreichen Roman in der Neuen-Frau-Reihe des Fischer Taschenbuch Verlages vorgelegt hatte.
    Und so kaufte ich ein Exemplar von ãMänner sind wie Schokoladeä, bevor ich in der Frankfurter Villa meine Dienste verrichtete. Wer viel liest, dem begegnen gar nicht so selten auch nicht so gut gelungene Bücher, aber dieser Text war empörend schlecht. Selbst Bastei-Groschenheftchen oder Tagebücher von Pubertierenden schimmern erhaben neben solch üblen Schund.
    Selbstverständlich leugnete ich meine Kenntnis, als ich Frau Tina Grubes Apparate einrichtete. Das Haus war mit dem üblichen Klassische-Moderne-Kram ausgestattet und mein Mineralwasser bekam ich in einer Kristallvase serviert. Frau Grube hatte ihren nächsten Roman schon stückchenweise auf der Festplatte und erzählte, wie sie in die Welt der Literatur eingeführt worden war (soll hier aus Gründen der Diskretion nicht vertieft werden, aber Hannelore Elsner spielte eine Rolle). Der erste Roman handelte übrigens davon, wie sie unseren Chef kennengelernt und geheiratet hat. Im nächsten wollte sie berichten, wieâs weiterging. Die Filmrechte hatte sie auch schon verkauft.
    Wie andere Kulturmenschen dachte auch Frau Grube, dass Ignoranz gegenüber der Technik eine charmante Eigenschaft sei. Stunde um Stunde mühte ich mich um Erklärungen des Augenfälligen. Doch obwohl unser beider Mägen schon anständig rumpelten, bekam ich noch nicht einmal ein Schnittchen angeboten. Nur immer wieder Mineralwasser in die Blumenvase nachgefüllt. Aber das gehört wohl dazu, dass man als Nobelmann ein bisschen rauh behandelt wird, wenn man fremden Damen hilft.

    (Beitrag wurde von Juergen Broemmer am 19.01.2001 um 12:34 Uhr bearbeitet.)

  2. #2
    Avatar von lacoste
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    Ich behandele sie nicht rauh. Die ausgesprochene Abmahnung wegen unerlaubten Lesens verbotener Rubriken nehme ich in meiner Funktion als Betriebsrat mit sofortiger Wirkung zurück.

  3. #3
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    Jürgen, ich liebe deine Beiträge!

  4. #4

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    Frau Betriebsrätin, Nobelmänner sind eben sensibel wie Schokolade.
    (Beitrag wurde von Juergen Broemmer am 19.01.2001 um 13:01 Uhr bearbeitet.)

  5. #5
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    Das Rumpeln im Magen kam vom Mineralwasser, da sind naemlich winzigkleine Blaeschen drin, die, wenn man zu hoeflich ist, sie auszuruelpsen, im Magen unter dem unvorstellbaren Druck, der dort herrscht, explodieren.
    Ich kenne uebrigens einen Mann, einen bekannten Schriftsteller, der behauptet, er haette noch nie in seinem Leben geruelpst.

  6. #6

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    Ich wiederum kenne einen Mann, der behauptet, in seinem Leben noch nie transpiriert zu haben. Allerdings kein Schriftsteller, sondern ein Zahnarzt.

  7. #7
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    Den Schriftsteller kenne ich auch, ich kann jedoch versichern das seine Behauptung nicht buchstäblich wahr ist.Das soll uns aber nicht vom Thema abbringen. Wie stehts mit deinen anderen drei Texten, Jürgen?Muß ich hier erst einen Jürgen Brömmer Fanclub ins Leben rufen, bevor du aktiv wirst? Bedenke doch die Folgen!

  8. #8
    Avatar von lacoste
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    Dem Fanclub trete ich sofort bei! Ich habe auch schonmal einen Jürgen W. Möllemann-Fanclub gegründet, aber erst einen einzigen Mit-Fan gefunden.

  9. #9
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    Also Jürgen,
    du siehst, wir sind bereits zu zweit!
    Ich habe übrigens schon mal eine Franz Schildknechtschule gegründet, blieb aber folgenlos und gehört eigentlich in die Lindenstr. Rubrik.

  10. #10
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    who the fuck is tina grube? ist ihr werk auch auf der toilette zu genießen? bekomme ich davon einen erträglichen stuhl?
    ------------------
    * aus einem verzagten arsch kommt selten ein glücklicher furz* eroc, 1982, razzia

  11. #11

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    Liebe Angelika, liebe Frau Betriebsrätin Stegemann, ich bin von Eurem/Ihrem höflichen Interesse sehr gerührt. Aus verschiedenen Erwägungen möchte ich besagte drei Geschichten hier lieber nicht feilbieten, werde aber dafür gerne ein schönes Bild unter diesen Strang kopieren. Hoffentlich klappt's.
    Es grüsst sehr verbindlich
    Jürgen


  12. #12
    Avatar von lacoste
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    Bitte, Herr Brömmer, erzählen Sie uns die Geschichten! Das Forum ist krank, vielleicht wird es sterben. Bitte erzählen Sie! Wie alt sind Sie eigentlich? Sind Sie verheiratet? Die Häschen sind niedlich, aber die Geschichten hätte ich lieber.

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