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Thema: Dylan, Bob (bei Rock im Park)

  1. #1
    Member Avatar von fabchief
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    Das ganze hat sich 1998 bei Rock im Park ereignet. Ich war als Band Manager (nichts wirklich großes) mit den Popen unterwegs und hatte deswegen Backstagepässe (leider, leider aber nicht den Tripple A um hinter die Hauptbühne zu kommen). Wir machten vorher noch Witze: 'Wenn wir ihn schon nicht beim Buffet sehen dann vielleicht wenigstens beim Pinkeln' Bob Dylan hatte mal wieder seine besonderen Marotten und sämtliche Techniker und sonstige Leutchen durften ihn auf dem Weg zur Bühne nicht anschauen und mussten sich vorher umdrehen (!!!) Die örtlichen Securitys mussten sich sogar in Ihre Container zurückziehen (das kann ich noch am ehesten verstehen ) Und eine halbe Stunde nach dem Konzert kam DER große Augenblick: Ich kam gerade vom Klo und ging in den Künstlerausgang des Stadions und mir kommt ein Pulk von etwa 10 schwarzgekleideten Securitymonstern entgegen und rannten mich einfach um (haben die Dampfwalzen wahrscheinlich gar nicht gemerkt). Und mittendrin war ER! Mit schwarzem Hut und Sonnenbrille, so wie sich das gehört. Und ich glaube er hat mich sogar kurz angeguckt (ist wohl mehr ein Wunschtraum) Tja am Boden liegend konnte ich dann verfolgen wie sie ihn in Richtung Klo begleiteten. Ach hätte nur meine Blase damals ein wenig länger durchgehalten.
    Im stillen Gedenken an meinen alten Pinkelbruder Bob Dylan
    fabchief

  2. #2
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    A propos Weggucken muessen:
    In Oslo gab es mal einen Plattenladen, da war Lachen verboten, der Besitzer, Euronymus sein Name, wurde spaeter von seinem besten Kunden, Count Grishnack sein Name, erstochen.

  3. #3
    Avatar von Christopher Wurmdobler
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    ist lachen nicht grundsätzlich in plattenläden verboten?

  4. #4
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    Im Pissoir aber auch.
    Lustig waere es ja, wenn Bob Dylan mit seinen Leibwaechtern aufs Klo gegangen waere, und sie extra gucken haetten muessen, weil er nur kann, wenn jemand zuschaut.
    Dafuer gibts sicher einen psychologischen Fachausdruck.(Eine interessante Penisdebatte findet man uebrigens bei der Rubrik Walter Moers, ueber den interessanterweise gar nichts drin steht, wahrscheinlich dient der Name nur als Koeder)
    Count Grishnack brachte Euronymus uebrigens um, indem er ihm (ihn?)in den Kopf stach.
    Normalerweise schiesst man doch in den Kopf.
    (Beitrag wurde von tex am 09.01.2001 um 23:30 Uhr bearbeitet.)

  5. #5
    Weber Member Avatar von Herr Weber
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    Gibt es eigentlich noch den Hochwuchtfreitag?

  6. #6
    Avatar von Aporie
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    Ja, besonders wenn es sich um eine der besten short stories handelt.

  7. #7

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    Ganz kurz das hier.

    Ich tue ja wirklich alles für Geld. Ich habe mal Erdbeeren in einer Eisdiele gereinigt, leider jede Zehnte gegessen und so meinen Geschmack an dieser an sich schönen Frucht bald verloren. Ein anderes Mal wurde ich für kurze Zeit zum Gitarrenlehrer, zwei Wochen lang, obschon Noten zu lesen ich nicht imstande bin. Ich verzweifelte daran, einem vierzehnjährigen Jungen ein paar Griffe beizubringen, hoffnungsloses Unterfangen. Lange brauchte ich brauchte, um wieder mit Spaß eine Gitarre anzufassen.
    Während eines Sommers Anfang der Neunziger war ich so eine Art Roadie beim Bizarre-Festival. Jemand schickte mich in die Einfahrtzone für LKWs, drei neue Vintage-Marshallboxen zu holen, vorne seien welche beim Umsturz eines anderen Gitarrenturms derangiert worden. Alles musste sehr schnell gehen, der Act war in wenigen Minuten angekündigt. Als ich mit der letzten Box unterwegs war, stand hinter der Hauptbühne das langbeinige, neuerdings ins Angelsächsische mutierte Popexportwunder, Frau Christiane Becker, nebst Kamerateam. Und von Weitem brauste zum Interview etwas an, was aufgrund von Frisur und schwarzer Kleidung und großen Muskelaufkommens zweifellos ein Prachtroadie hätte sein können, falsch, so stellt sich beim Näherkommen heraus, der Mann trägt eine im Wind baumelnde All-Area-Karte um den enormen Hals, es war Glenn Danzig, Schallplattensatan, Popsänger, Elvis für Böse. Der Größenunterschied von Herrn Danzig zu Frau Becker beträgt ca. 140 cm, grob geschätzt, vielleicht stand ich auch in einem etwas ungünstigen Winkel, böse Zungen behaupten, er habe die Statur einer serifenlosen Linear-Antiqua, fett, 6 Punkt. Dann setzte der Erdbeer-Effekt ein. Ich mochte Danzig sehr gerne, immer dann, wenn wir in der 10. Klasse Mädchen oder das Kollegium auf uns aufmerksam machen wollten, sangen wir Misfits-Songs und formten die Hand zum bösen Teufelsgruß. Und nun? Danzig blickt suchend um sich. Findet eine Bierkiste. Dreht sie um. Stellt sich drauf, lockert sein Haar. Der Größenunterschied zur Frau Becker war geschrumpft, Christiane bringt eine Eisbrecherfrage, Danzig lacht (!), die Welt ist in Ordnung. Satan steht auf einer Bierkiste.
    Ich werde daran erinnert, die letzte Box abzuliefern. Aus dem Augenwinkel kann ich später erkennen, wie jemand Markierungen auf der Bühne hinterlässt. Danzig solle sich nicht hinter jener Linie bewegen, da sonst aus der Kameraperspektive das Größenverhältnis zur Restband verrutscht. Bierkisten kommen auf der Bühne auch selten in Frage, Danzig singt ja nicht bei den Pogues. Den kleinen Mann höre ich heute noch gerne auf Tonträgern, mit viel Empathie ergibt sich daraus auch ein ernsthaftes Rocken, inzwischen esse ich auch wieder Erdbeeren, aber nur mit Quark.

  8. #8
    attention whore
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    ich weiss jetzt nicht, was mich mehr entzueckt: die information, dass max fuer geld alles tut oder die gute geschichte.

  9. #9
    Large Member Avatar von vir
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    Von den ganzen Erbeeren abgelenkt, habe ich zuerst gelesen, dass Frau Backer eine Eisbecherfrage gestellt habe.
    Die, hogenpops, die!

  10. #10
    Avatar von Aporie
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    Sehr schön. Ich frage mich ja auch immer, auf wie viele Telefonbücher man Tom Cruise bei Kussszenen stellen muss.

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