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Thema: Barth, Mario auf der documenta 13

  1. #1
    Hühnergott Avatar von Freewheelin_Biller
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    Barth, Mario auf der documenta 13

    Dass Mario Barth ein begeisterter Fan der alle fünf Jahre stattfindenden weltgrößten Ausstellung zeitgenössischer Kunst ist, hatte ich schon bei den letzten beiden Durchgängen mehr oder weniger beiläufig gelesen. Seit 1972 soll er keine verpasst haben. Heuer ist er mir dann erstmals tatsächlich in natura über den Weg gelaufen. Er besuchte, in der Masse gut erkennbar durch seine graue Tweedmütze (Haarausfall?), die documenta-Halle, die von Thomas Bayrle großflächig bespielt wird, unter anderem mit einem riesigen Flugzeugbild, das aus lauter kleinen Flugzeugen zusammengesetzt ist, und mehreren aus Automotoren zusammengebauten Maschinen, die scheinbar nutzlos vor sich hin brummen. Soweit man aus gebührlicher Entfernung beobachten konnte, hat er seinen Schlaganfall vom vergangenen Jahr gut weggesteckt, äußerlich sieht man dem „kölschen Jung“ nichts davon an, wobei viele Betroffene im Anschluss ja leichte Sprachprobleme haben, aber sprechen habe ich ihn nicht gehört. In der Zeitung konnte man nachher lesen, dass ihm gerade die Bayrle-Kunstwerke besonders gut gefallen haben. Für ein Kamerateam posierte der alte Fahrens- und BAP-Frontmann noch ein wenig vor einer Installation mit Scheibenwischer, bevor er sich ins nahegelegene Café verfügte, wo ich ihn aus den Augen verlor.

  2. #2
    Hühnergott Avatar von Freewheelin_Biller
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    Ein wenig über mich selbst verärgert stehe ich in der Warteschlage zu William Kentridges "The refusal of time", einer Installation, die es im Laufe der documenta völlig zu Recht zu einem der Publikumslieblinge gebracht hat. In den ersten acht Wochen konnte man hier kommen und rein- und rausgehen, wann man wollte, immer große Leere, mittlerweile muss man 45 Minuten in einer Schlange anstehen, um in den Raum gelassen zu werden und sich die 25 Minuten Videoprojektionen anschauen zu können, was ich bislang versäumt hatte, was die volle Länge angeht.

    Immerhin kann man sich die Wartezeit vertreiben, indem man beim Anstehen nach links blickt, wo Haegue Yang eine großflächige Choreographie von sich bewegenden Jalousien montiert hat, über die unter anderem Dragoslav Stepanovic sich so seine überraschend unseichten Gedanken gemacht hat.

    Immer wenn sich an der Warteschlange vorbei eine Gruppe mit offizieller bezahlter dTours-Führung vorbeiquetscht, um ohne Wartezeit Eintritt zu erlangen, buhen einige. Ausgebuht wird auch Mario Barth mit Freundin, die sich offenbar zu zweit eine der teuren Führungen gegönnt haben. Seit 1991, als ich mich durch die Tatortfolge "Tod im Häcksler" wegen des dunklen Kurzhaarschnitts ein wenig in Mario Barth verguckte, hat sie sich altersbedingt nicht so richtig zum Vorteil entwickelt, die Kommissarin spielt sie glaub ich heute noch, neben dem genauso aknenarbigen Italiener, aber Genaues weiss ich nicht, Tatort ewig nicht geschaut, es laufen ja Navy CIS und The Mentalist parallel. Häcksler übrigens, ein Wort, das vermutlich ziemlich viele Leute nicht korrekt schreiben können, in meiner Studienzeit konnte man in der Unterführung der Stadtautobahn lange ein auf den damaligen SPD-OB kritisch Bezug nehmendes Graffiti "Drechsler in den Hexler" lesen.

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