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Thema: Die Autogrammsammlung

  1. #13
    Member Avatar von Sabeta
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    1. salvador dali, selbst abgeholt in figueras vor dem dalimuseum.
    2. martin semmelrogge, in den ich mit 12 verliebt war und dachte, das macht man dann so, weil zu irgendwas muss das ja gut sein, das verleibtsein.
    3. die fussbroichs, denn ich kannte mal den sohn des fahrschulbesitzers in köln-mülheim, bei dem frank fussbroich seinen führerschein gemacht hat und zum dank hat herr fussbroich jahre später mal einen hunderterstapel autogrammkarten vorbei gebracht. die erste freundin pia hat auch gleich mit unterschrieben. aber die haben sich ja dann getrennt, weil frank immer soviel putenfleisch gegessen hat, das sagte sie jedenfalls in der trennungsfolge.

  2. #14
    Avatar von Kirk Erbs
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    Ich habe nur zwei Autogramme gesammelt.

    1. Dieter Burdenski
    Ende der Siebziger Jahre – ich kam gerade ins Schulalter – wurde auf der "Schenkendorffwiese", einer großen Brachfläche in unserem Viertel, eine moderne Klinkerreihenhaussiedlung hochgezogen. Die eigentliche Wiese wurde zu einem Spielplatz mit großem Klettergerüst umgebaut und bildete das Zentrum der Anlage. "Auf Schenke" war der Treffpunkt des Viertels und wir verbrachten dort einen nicht unbeträchtlichen, um nicht zu sagen den größten Teil unserer Kindheit. Später rauchten wir unsere ersten Zigaretten dort, in der Dunkelheit ganz oben auf dem Klettergerüst sitzend, und tranken dazu Dosenbier. Ich kannte viele Leute, die in den mit schrecklicher Achtzigerjahrespießigkeit eingerichteten Neubauwohnungen auf Schenke wohnten. Umso überraschender war für mich mit meinen sieben Jahren, dass auch einer der ganz Großen dort lebte: "Budde" wohnte nämlich auch auf Schenke. Budde, das war Dieter Burdenski, die Nummer 1 im Tor von Werder Bremen. Budde mochte Kinder – im Sommer leitete er immer eine Fußballferienschule am Timmendorfer Strand – und es störte ihn nicht, wenn wieder einmal einer von uns klingelte und nach einem Autogramm fragte.

    2. Klaus Funk
    Klaus Funk war der Mann hinter Budde, Werders ewiger Ersatztorwart. Irgendwie hatte jemand rausgefunden, dass er auch bei uns im Viertel wohnte, und zwar in einer Wohnung in einem Spätsechzigermietsblock, der noch um vieles hässlicher war als die Reihenhäuser auf Schenke. Klaus Funk war eigentlich vollkommen uninteressant für uns. Der spielte sowieso nie. Und wenn er spielte, sah es oft nicht besonders gut aus im Strafraum von Werder. Es war also eher so eine Art Mutprobe: ob man sich wirklich trauen würde, bei Funk zu klingeln und ihn um eine Autogrammkarte zu bitten. Ich war nicht der erste, der es dann auch gemacht hat und stand eines Tages aufgeregt in dem dunklen, tristen Treppenhaus. Funk öffnete, sah mich und wusste schon in dem Moment worum es ging. Fast schien es, als hätte er nur darauf gewartet, dass wieder ein kleiner Junge bei ihm klingelt und ein Autogramm haben wollte. Ich glaube, wir müssen ihn damit ganz schön verwirrt haben. Denn es interessierte sich wie gesagt keine Sau für ihn. Und überhaupt: wer will schon eine Autogrammkarte von einem Ersatztorwart? Er ließ mich jedenfalls warten, verschwand für einige Augenblicke und kehrte mit einem Stapel fertig unterschriebener Autogrammkarten zurück, von denen er mir eine aushändigte. An Details erinnere mich nicht mehr.

    Beide Karten seit Jahren verschollen, vielleicht finden sie sich noch in irgendeinem Schuhkarton in meinem alten Zimmer.

  3. #15
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    Charly Dörfel und die Alt-Herren Mannschaft des HSV

    Wir bekamen einen Rasenplatz. Nein anders. Wir bekamen einen neuen Rasenplatz und einen neuen Grantplatz. Der alte Rasenplatz war nicht mehr gut genug für die erste Herren Fußballmannschaft des Dorfes. Wir durften dann auf dem Grantplatz spielen und die ersten Herren auf dem Rasenplatz. Seitdem weiß ich, was eine Blutgrätsche ist.
    Zur Einweihung hatte unser Verein die Alt-Herren Mannschaft des HSV eingeladen, freundschaftlich gegen unsere ersten Herren zu spielen.
    Nach dem Abpfiff liefen alle Jungen des Dorfes aufgeregt zwischen den alten Herren herum und ließen sich Autogramme geben. Ich auch. Obwohl ich schlecht vorbereitet war. Die Kinder hatten Hefte dabei und Stifte. Ich nahm mir einen Bierdeckel und lieh mir die Stifte der anderen. Die Namen der Spieler habe ich fast alle vergessen. Nur den von Charly Dörfel nicht. Wenn er an den Ball kam, haben alle getuschelt und mit dem Finger gezeigt. Den Bierdeckel habe ich dann weggeworfen. Es war ja nur ein Spiel.
    Das Prinzip des Autogrammesammelns habe ich auch danach nicht verstanden. Aber ich kenne eine über eine Ecke die sammelt Autogramme. Ihr musste ich immer Briefmarken mitbringen, wenn ich in Länder reiste in denen Stars wohnen. Für die Rückumschläge.
    Geändert von hofukusochi (21.10.2003 um 00:31 Uhr)

  4. #16
    Moderater Avatar von Murmel
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    Nehmt das!

  5. #17
    Member Avatar von Edgar_Biller
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    In meinem zweiten Beitrag überhaupt in diesem Forum habe ich mich bereits als eifriger Autogrammsammler während meiner Jugendzeit geoutet. Fußballer, die ZDF-Hitparade rauf und runter. Die meisten allerdings per Post, was ja nur halb zählt.
    Bei der Jagd nach persönlichen Autogrammen mit Starkontakt kam mir ein außergewöhnlicher Umstand zugute: In den kleinen Kaff am Taunus, in dem ich wohnte, baute Frank Farian sein Tonstudio, wohl wegen der Lage: Direkt an der Autobahn, 20 Minuten zum Frankfurter Flughafen. Nur einen Steinwurf entfernt hatte die RAF, aus den gleichen Gründen, eine Anlaufstation, die man erst Ende der 70er aushob. Wenn Farian eine Platte produzierte, fuhren immer zwei, drei Wochen lang die Stars in ihren dicken Limousinen durchs Town, aßen auch manchmal in der schlechten Dorfpizzeria. Hier hatte ich sie alle, Boney M., Mike Oldfield, der sich auch mal für drei Wochen bei Farian eingemietet hatte, Roy Black. Da ich des Englischen nicht mächtig war, ergaben sich keine nenneswerten Kommunikationen mit den Berühmtheiten. Bei Milli Vanilli war ich dann schon zu alt und wohnte woanders.
    Es folgte eine lange Pause. Vor zwei Jahren hab ich mich bei Ulle angestellt, um mir mein 1997er ARD-Tourvideo von Emig und Watterott signieren zu lassen. Vor dem lokalen Bankhaus, das Ulles Auftritt sponserte, hatten sich an die 600 Leute angefunden. Kleine Zettel mit Nummern wurden verteilt und die Wartenden dann immer in Gruppen zu Zehn in dem Raum vorgelassen, in dem Ulle unterschrieb. Ich hatte Nummer 257. Bei Nummer 260 war Schluß, weil Ulle weg musste, um noch ins Goldene Buch der Stadt zu schreiben und anschließend den Radcup zu gewinnen. Puh, da hatte ich gerade noch mal Glück gehabt!

  6. #18
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    in einem musikforum war einmal das thema "ist jochen distelmeyer schön?". (für alle, die es nicht wissen: distelmeyer ist der sänger von blumfeld und laut einer grossen musikzeitschrift "deutschlands einziger superstar", naja...)
    ich hielt blumfeld schon immer für schwierig und kitschig und mir kam es auch so vor, dass der sänger eben genauso aussah, wie er heisst: nämlich distelmeyerich. und dennoch: als ich blumfeld mal zufällig live sah, war ich doch leicht hingerissen. in echt sieht der herr nett aus, nein, er war auch gar selbst nett. gutgelaunt, fröhlich, machte ein paar scherze und sang seine lieder, als würde es um sein leben gehen.
    als ich nun eine antwort auf "ist jochen distelmeyer schön?" suchte, antwortete ich, dass ich dies nun wohl täte. und dass ich grossen respekt davor habe, dass er sich gibt, wie er ist. ja, im video zu "wir sind frei" lächelt er so unaffektiert in die kamera, dass mir ganz weich zumute ward.
    ein paar tage später lag die single von "wir sind frei" in meinem briefkasten. auf dem booklet ein ca. 50 zeichen umfassender gruss von jochen distelmeyer himself. ich weiss, 50 zeichen sind nicht viel (es sind etwa so viele zeichen, wie in diesem satz.), aber manchmal hole ich die cd hervor und schau ganz verliebt auf seine kleine, feine message.
    Geändert von rölle (28.10.2003 um 15:56 Uhr)

  7. #19

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    Noch nie im Leben war ich auf die Idee gekommen, irgend einen Promi um ein Autogramm anzuhauen. Aber am Tag bevor Jim Jarmusch in Hamburg seinen Film "Ghost Dog" vorstellte, fiel mir einen Foto von einem echten "Ghost Dog" in die Hände - ein halb durchsichtiger, mittelgroßer Köter streift durch ein Wohnzimmer, in dem es aussieht wie bei Al Bundy zu Hause. Ich zeigte es Jarmusch, er fragte irritiert "what's that?" und setzte unaufgefordert seinen Namen drauf.

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