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Thema: Herr W. will nicht arbeiten und bekommt es mit meinem Chef zu tun

  1. #25
    Member
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    Das würde mich auch mal interessieren, was hat Pitsich aus dem Tatort gemacht? Und was hätte man damit verdienen können?
    Bei dem Tatort kam ich mir vor wie Karl May, weil der Krimi spielt nämlich in Indien, wo ich damals noch nicht war

  2. #26
    der hausm Avatar von anko
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    murmel, hörst du das? oder beschäftigst du dich eben mit ihrgendwelchen nägelhäutchen im bettyford-forum?

  3. #27
    Moderater Avatar von Murmel
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    Ja, ich pushe die Beauty-Farm, wenn Du das meinst.

  4. #28
    MaybachMember Avatar von Der Admiral
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    Da gibts einen Witz, mit BHs oder so, ich komm jetzt nicht drauf.
    Embedded Senator

  5. #29
    Hobel Avatar von Ignaz Wrobel
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    Der Roman, an dessen Fertigstellung Walser gehindert wurde, war wohl "Die Verteidigung der Kindheit" (1991), über die Dieter Lenhardt (?) von der "Presse Wien" (?), später folgendes schrieb:

    "Ob, nach dem Tod Thomas Bernhards, noch ein deutschsprachiger Autor lebt, dem wie Walser eine süchtig-machende Prosa so wundersam zu Gebote steht?"

    Der große deutsche Schriftsteller (Bundesverdienstkreuz, Georg-Büchner-Preis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels) hat ja offensichtlich sehr freundlich auf die Störung seiner Arbeitsruhe reagiert. Aber in seinem Hirn arbeitete es, und bereits einen Roman später gelang es ihm, die erlittene Kränkung literarisch aufzuarbeiten, nämlich in "Finks Krieg":

    “Die peinlichen, schmerzlichen, grausamen Reize aus der Berufswelt bewirkten, daß wir, der Beamte Fink und ich, für jeden anderen Reiz nur empfänglich waren, wenn er verwertbar war für unser Berufsproblem"

    Aber war dieser Anruf verwertbar für sein Berufsproblem? Anscheinend schon:

    "Jemand kann es noch so gut meinen mit mir, er möchte trotzdem nicht einfach angerufen werden und spüren, daß du ihn brauchst. Und der schlimmste Effekt: wenn du die, die du auf deiner Seite glaubst, zu oft anrufst, merken sie, wie schwach du bist, wie bedürftig, wie hilfsbedürftig. Und das ist dann schon eher peinlich. Auch ästhetisch peinlich, nicht nur moralisch. Also total peinlich. Da kann ja etwas nicht stimmen, wenn einer einen durch solche Anrufe unter einen nichts als erpresserischen Druck setzen will. Ich dachte eben andauernd nur an die Sache. Und ich nahm einfach an, daß auch alle anderen nur an meine Sache dachten. Gelegentlich versuchte ich den Eindruck zu erwecken, ich dächte auch an ihre Sache. Aber mich interessierte die Sache eines anderen überhaupt nicht. Das ließ ich nicht merken. Oft tat ich grotesk viel für andere, nur damit sie nicht merkten, wie wenig mich ihre Sache interessierte[*]. Da Menschen ja nicht so verschieden sind voneinander, nahm ich an, andere benähmen sich auch so. Wenn einer, falls ich ihn überforderte, murrte und eher widerwillig tat, was ich erbat, dann war mir das lieber als das Gegenteil. Sobald mir einer auffallend heftig zu Hilfe kam, war ich jedesmal sicher, daß er damit nur verbergen wollte, wie wenig er von meiner Sache hielt. Ach, alle, gar alle habe ich überfordert. Jeden auf eine andere Art."
    [*] Vermutlich stand Walser kurz davor, sich in den Zug nach Vorarlberg zu setzen und die zwanzig Zeilen zu schreiben.

  6. #30
    der hausm Avatar von anko
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    hätte es eines beweises bedurft, dass es die fussnote braucht, um eine geschichte komplett zu machen - hier ist er. danke! wunderbare zitate.

  7. #31
    Weber Member Avatar von Herr Weber
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    Oh Verzeihung, ich dachte, der Strang handelt von mir.

  8. #32
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    der Chef hat die Geschichte ja selber einmal erzählt. hier für anko zum Nachlesen:


    P. V.
    Walser im Irrenhaus
    Also, bitte, nur schön langsam. Freuen Sie sich nur ja nicht zu früh! Sie werden doch nicht ernsthaft annehmen, dass Sie von mir einen politisch korrekten Text zu erwarten haben.

    Wenn Sie also glauben, dass ich jetzt über Martin Walser herziehen werde, können Sie gleich zu lesen aufhören. So wie ich seit dem Fliehenden Pferd (das jetzt ja schon ziemlich alt und klapprig sein muss) aufgehört habe, seine Bücher zu lesen.

    Und wenn sich jetzt auch die berühmtesten meiner Kollegen über Martin Walsers neues Buch in heiligster Entrüstung die Finger wund schreiben, so werde ich es ganz gewiss nicht lesen.

    Erstens, weil ich seit Kindertagen grundsätzlich nichts lese, von dem es heißt, dass man es lesen muss. (So wie ich mit voller Überzeugung ganz gewiss nicht schreibe, was und wie ich schreiben sollte.)

    Zweitens aber weil ich Martin Walser seit geraumer Zeit sehr mag, ganz egal, was er schreibt, und noch mehr egal, was die andern über das von ihm Geschriebene schreiben.

    Meine persönliche Schwäche für Martin Walser hat nämlich nur mittelbar literarische Motive. Zur Darstellung dieser Beziehungskiste muss ich allerdings weiter ausholen.

    Sagen wir einmal so: Käme ich auf die finstere Idee, arglose Leute mit meiner Autobiografie zu behelligen, müsste ich diese mit der Feststellung einleiten, dass mich mein beruflicher Lebensweg eigentlich von einem Irrenhaus ins andere führte, und dass ich es auch privat fast ausschließlich mit Wahnsinnigen zu tun hatte und (hoffentlich liest das jetzt niemand!)
    immer noch habe.

    Der mir eigene Hang zur Selbstkritik weckt in mir freilich immer wieder die starke Vermutung, dass am Ende gerade das Gegenteil der Fall ist: Alle, die ich für wahnsinnig halte, sind völlig normal, und der Einzige, der tatsächlich verrückt ist, bin ich.

    Die Frage, was dies alles nun mit Martin Walser zu tun hat, ist durchaus berechtigt und wird nun auch prompt ihrer Beantwortung zugeführt. Zu jenen Betrieben, in denen ich - möglicherweise als einziger Verrückter - mein Wesen trieb und immer noch treibe, zählt auch die Kulturredaktion des Blattes, das Sie gerade in Händen halten. Dort galt es einmal, neben
    tausenderlei anderen Dingen, auch einen Bericht über eine
    Veranstaltungsreihe in Vorarlberg zu organisieren.

    Der für derlei Dinge bewährte Mann am Ort hörte auf den Namen Walser. Also erteilte ich der fleißigen Sekretärin den Auftrag, mich mit besagtem Herrn zu verbinden.

    Gesagt, verbunden. Mit jovialer Freundlichkeit erteilte ich dem am anderen Ende der Leitung lauschenden Herrn detaillierte Aufträge, welche der Veranstaltungen er besuchen sollte und welche nicht und bis wann er wie viele Zeilen abzuliefern hätte.

    Als ich mit meiner Wortsalve zu Ende war, staunte ich nicht schlecht, als Herr Walser sich in aller gebotenen Höflichkeit außerstande erklärte, meine Aufträge zu erfüllen. Auf meine ungehaltene Frage nach dem Grund seiner Weigerung, vernahm ich zunächst ein gequältes Wimmern und nach dessen Ende
    den Satz: "Aber ich muss doch schreiben!"

    Ich ließ nicht locker, witterte Pfusch für ein Konkurrenzblatt und fragte, was er denn schreibe. Walser, vor Verzweiflung fast singend: "Ich muss mein neues Buch beenden."

    Dann erst fiel bei mir der Groschen. Ich war mit dem falschen Walser verbunden, der heute der richtige wäre. Höflich entschuldigte ich mich für die Störung. Er aber bedauerte nochmals nicht minder höflich, dass er mir als Korrespondent nicht dienen könnte.

    Seither mag ich Martin Walser, der nun vielleicht insgeheim bedauert, nicht STANDARD-Berichte, sondern abermals ein Buch geschrieben zu haben.

  9. #33
    Runzelmember
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    Ich mag Ankos Geschichten immer sehr gerne
    Wenn eine Sache anfängt irre zu werden, werden die Irren zu Profis!
    Hunter S. Thompson

  10. #34
    Moderator Avatar von honz
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    ...

  11. #35

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    Schon wieder ein neuer Roman, da kann die Geschichte ruhig mal nach oben.

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