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Thema: von Stuckrad-Barre, Benjamin (herr von stuckrad-barre, die zweite)

  1. #1
    Avatar von emily minibar
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    herr von stuckrad-barre, die zweite

    frau engelke liebt herrn von stuckrad-barre. und umgekehrt. als ich das heute las, fiel mir eine begebenheit ein, die nun schon einige zeit zurückliegt.

    vor ein paar jahren, als ich mit meiner freundin, frau b., noch häufiger in hamburg um die häuser zog, ist uns herr autor, wie ich ihn jetzt der einfachheit halber nenne, mal begegnet. und wir griffen ihn an. zumindest fast. das hielten wir für angebracht.

    herr autor spielt in dieser geschichte nur eine untergeordnete rolle. ich hoffe, das ist kein problem. frau engelke ist ja auch zehn jahre älter als er.

    es war so ein abend, der ganz unvermittelt anfängt. mitten in der woche, frau b. und ich hatten wohl nichts zu tun, waren aber angemessen auf krawall gebürstet. das kam schon vor. schwuppdiwupp fanden wir uns in der ersten bar in ottensen wieder, den entschluss, jetzt tequlia-trinkend durch mindestens zwei viertel zu ziehen, längst gefasst.

    das besondere an diesem entschluss war, dass wir nach je einem tequila aus der bar stürmten und das glas über die schulter warfen, die zitrone noch zwischen den zähnen. klirr, raus, tür zu, nächste bar, zack.
    wir kamen uns irre verwegen vor, wie üblich, und haben wahrscheinlich auf der straße lassie singers skandiert. den mumm, die zeche zu prellen, hatten wir natürlich nicht.

    auf unserer tour hatten wir uns mittlerweile von ottensen über die schanze an den pferdemarkt vorgearbeitet und fielen in ein etablissement namens kurhaus ein. da ich tequila ebenso wie sekt nie gut vertrage, sind die angaben von hier an mit etwas fragwürdigkeit umweht.
    ich hab nur einmal später noch im kurhaus gesessen, da wirkte es angenehm abgewrackt und zugig. in jener zeit bot es aber den passenden rahmen für den jungautoren mit passendem graubrotgesicht: käsebeleuchtung und cafétischchen. herr autor ist ja so jemand, der die schwelle zum scheiße-aussehen schnell überschreitet. wenn ich mich nicht irre, hat er das sogar selbst mal thematisiert. wahrscheinlich, damit ihm niemand mehr darauf hinweist.
    an diesem abend sah er einfach nur übersichtlich aus, so dass meine erinnerung nicht im entferntesten ein bild zeichnet. begleitung, bekleidung, getränk, keine ahnung mehr, unwichtig, da saß einfach nur herr autor, und wir dachten, hey, dem zeigen wirs mal, wir schmeißen jetzt die gläser in seine richtung!

    klirr.
    so halb vor die füße, glaube ich. erinnerung ungenau.
    zitrone. zack. raus.

    für einen moment hat uns die kühnheit beflügelt. mit sicherheit haben wir noch viel lauter gesungen draußen, mit noch weniger worten, und fühlten uns reif für die bars auf dem kiez.
    später, als mich frau b. in irgendeinen nachtbus schob, hatte sich das mit der kühnheit längst erledigt.

    die chance, dass wir gemeinsam noch einmal auf herrn autor treffen, stehen sehr schlecht. er wohnt ja jetzt in den bergen.

    ich trauere dem abend aus anderen gründen hinterher. frau b. wohnt jetzt nämlich auch in den bergen, aber in anderen.
    und über die tatsache, dass sie am nächsten morgen aus ungeklärter ursache einen wäschekorb in ihrer dusche fand, haben wir damals viel mehr gelacht.
    Geändert von emily minibar (03.01.2003 um 19:56 Uhr)

  2. #2
    MaybachMember Avatar von Herr Uffelmann
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    Wie wohltuend. Da ist sie ja, die Alternative zu Sascha Lobos fröhlichem Stuckrad-Barre-Camp. Was für eine schöne, nächtliche Miniature Hamburgensischer Ausschweifung ( jetzt tequlia-trinkend durch mindestens zwei viertel zu ziehen), gleichzeitig Zeugnis hanseatischer Contenance (den mumm, die zeche zu prellen, hatten wir natürlich nicht). Angenehm auch, das Herr Stuckrad-Barre in dieser Geschichte eigentlich gar keine Rolle spielt und so bin ich auch kein bißchen verstockt NICHT zu erfahren wie der Autor auf den Gläserwurf reagierte. Das weiß ich nämlich auch so. Bei Max Goldt laß ich unlängst, der Benjamin habe, während einer Lesung, ein Rotweinglas an die schneeweiße Leinwand eines Kinokomplexes geworfen. Ratlosigkeit bei Goldt, wir wissen mehr, das hat er sich bei Emily Minibar und Frau B. abgekuckt. Die Pfeiffe.

  3. #3
    Moderater Avatar von Murmel
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    Frau B aus H, bitte.

  4. #4
    Avatar von MC Hausmacherleberwurscht
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    Es aalt sich die alte Leberwurscht auf dem Graubrotgesicht bei Käsebeleuchtung, ganz froh über diese formidale Geschicht; gleichwohl fragt sie sich: Wo hing ich rum an diesem Abend?
    Dschingis Khans "Moskau" singend (..wirf die Gläser an die Wand - ha-ha-ha-ha--ha!) ab...
    Geändert von MC Hausmacherleberwurscht (07.01.2003 um 16:29 Uhr)

  5. #5
    Avatar von emily minibar
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    ach MC, hätten wir dich damals dabei gehabt!
    du hättest nicht nur den überblick behalten sondern auch erklären können, wie der wäschekorb nächtens bei frau b. ins badezimmer kam.

    aber mir ist noch eine abseitige ergänzung zum ganzen eingefallen:

    ein kollege von mir war bis vor kurzem von der ahnung verfolgt, seine ex würde jetzt herrn autor nahe stehen. das hatte er geträumt und glaubte es seitdem, obwohl es nicht das geringste anzeichen dafür gab, dass sich beide auch nur entfernt kannten.

    eine mir ehemals nahe stehende person gestand mir andererseits einmal, er hätte davon geträumt, mich mit frau engelke zu betrügen.

    zwei albträume weniger jetzt, würd ich mal sagen.

  6. #6
    MaybachMember Avatar von Der Admiral
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    "Manchmal habe ich mich nachts hingesetzt und habe bei Google die Stichwörter 'Stuckrad' und 'Arschloch' eingegeben. Da findet man einiges - und wird natürlich schnell sehr, sehr traurig."
    Stuckrad-Barre heute auf Spiegel-Online
    Embedded Senator

  7. #7
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    Unnötiges zum Thema

    Einige (zweigschmutzige) Anagramme:

    AV-Narr juckt den Rasenbimbo.

    M.D. vertrau’n nie Snackbarjob.

    VNN: Basic jam but naked error.

    Bin vorm Raub der Nase nackt. (j)

    Junimond-Renner sackt brav ab.

    TV Robbie sucked jam, ran ‚n’ ran.

    VJ Niemand braust Rocknarbe.

    Nevermind Barbara J.’s cunt! OK?

    Damn narc bust bi-jerk on rave.

    M.I. can burn dark nerves at job!

    Jasmin Noa drueckte BvB-Narr.

    Jack A. minds beer, Burt V. ran on.

    Ja, trau mir bei OvD-Ben’s Nack’n.

    Vertrau niemand nebst Jack B.!

    Jack Narin’s Robbe nervt Daum.

    JAU! Mock verbrennt das brain.

    V.R. Kadij: ‚Men act as non-rubber’

    Sure, VJ Ron M. can bite AND bark.

    Ja, der SUV brennt im Barock an.

    Dr. J. rockt brav an Busenmanie.

    DJ None raubt mir braven Sack.

    Vorn an Bars juckt M. die Narbe.

    Bevor Jann C. um das Bier trank...
    "Nobody can get the truth out of me because even I don't know what it is. I keep myself in a constant state of utter confusion." Col. Flagg

  8. #8
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    ...
    Geändert von Saposcat (04.12.2010 um 09:39 Uhr)

  9. #9
    Avatar von Benzini
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    Wer unbedingt wissen will, was Kunst und Literatur sind, und wie Kunst und Literatur "funktionieren", unbedingt das Interview mit Stuckrad in Spiegel-Printausgabe lesen. Wer das schon weiss, oder wen das nicht interessiert, kann den Artikel über Rick Rubin lesen, der ist wesentlich interessanter.

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