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Thema: Haipel, Clemens (Als ich mit Clemens Haipel in ein Waschbecken brunzte)

  1. #1

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    Einmal, das Geschehene wird sich wohl demnächst zum nun schon bereits viertenmal jähren, trug es sich zu, daß ein weit über die Grenzen hinaus ebenso bekannter wie beliebter Radiosender ein Fest gab - zu Ehren seiner selbst. Derlei Feste hatten zu jener Zeit unter dem aufgeklärten Jungvolk das, was man heute wohl am ehesten mit 'Kultstatus' bezeichnen würde. Man konnte mit seiner bloßen Anwesenheit Zeitgenossenschaft signalisieren, und wir, die wir 'drinnen' waren verständigten uns über Codes, die für Außenstehende nichts weniger als unverständlich sein mußten. Doch selbst dieser eingeschworene Zirkel von 'Mitwissern' war in sich selbst noch einmal unterteilt: In jene, die sich zu tausenden in den umliegenden Gebäudeteilen des ehemaligen Schlachthofsgebäudekomplexes die verrottete Seele aus dem Leib tanzten, und in uns, die wir zu fünft, von eisigem Schneegestöber kaum irritiert, um eine im Hof platzierte brennende Tonne standen. Wir (zwei alternde Radiomoderatoren, eine schillernde monochrome Künstlerfigur, ein Mädchen (das den zu fortgeschrittener Stunde von mir gestarteten, zugegebenermaßen etwas plumpen Versuch, sie zu küssen, mit ihrer sofortigen Heimreise quittierte) und ich) unterhielten uns angeregt, mit längeren Gesprächspausen. Irgendwann aber war ich vom Jännerfrost soweit zermürbt, daß ich beschloß, das wärmende Innere eines der umliegenden Gebäudeteile aufzusuchen und da ich die Masse scheue wie Hojac den Anstand entschied ich mich für ein geheimnisvolles, etwas entfernt liegendes, dunkles - fast möchte ich sagen - Geisterhaus. Neugierig näherte ich mich dem Eingang, doch welch eine Enttäuschung! Ein grimmiger Bär von einem Mann verweigerte mir den Einlaß, wies mich ab, ließ mich stehn wie andere einen Hund vorm Billa stehen lassen. Ich wollte schon von innerlichem Gram zerfressen von dannen schleichen, als plötzlich eine Männergestalt sich aus dem Dunkel der Nacht schälte (eine merkwürdige, strahlende Aura umgab ihn - so will es jedenfalls meine heutige Erinnerung an jenen denkwürdigen Abend), sich mir näherte und schließlich knapp vor mir stehenblieb. Und viele Leser werden an dieser Stelle der Geschichte schon erraten haben, um wen es sich bei dieser mysteriösen Erscheinung nur gehandelt haben kann; Es war - genau - es war niemand geringerer als Clemens Haipel!! DER Clemens Haipel - Weltklassecomedian, bekannt aus Rundfunk, bekannt aus Fernsehen und bekannt auch, und nicht zuletzt, aus den Seitenblicken. Und nun stand er vor mir!
    Und er war mein Retter. Meine durch die vorhergehende Abweisung verursachte seelische Derangierung rührte sein Herz und durch seine Fürsprache wurde mir Einlaß gewährt, in das große, geheimnisvolle Gebäude. Und der Zufall wollte es, daß uns ein gemeinsames Bedürfnis NOCH enger zusammenschweißte - beide mußten wir aufs Klo, doch beide wußten wir nicht, wo eines auftreiben. Und so irrten wir durch die Gänge, die Not wurde von Sekunde zu Sekunde peinigender und als es nicht mehr ging, entschlossen wir uns zum Äußersten: Wir brunzten einfach in ein WASCHBECKEN!! Wir zwei! Clemens Haipel und Ich! Wir waren wild, wir waren frei, zu allem entschlossen, wir waren damals zum vielleicht ersten und einzigen Mal in unserem Leben - PUNKS!
    Gern erinner ich mich heute zurück an jenen kostbaren Moment, als ich mit Clemens Haipel in ein Waschbecken brunzte. Und daß er mich dann noch mitnahm auf die in eben jenem Gebäude steigende, wie man sagt, 'VIP-Party', das wär Stoff für zig weitere Promigeschichten... (z.b. hab ich mit der Popkapelle Heinz Bier getrunken)
    und zum von tex in 'tex/rois/6' geforderten Nachdoppeln: Als ich einmal aus einem skandinavischen Anziehgeschäft herauskam, stand Clemens Haipel vor der Türe und telefonierte Handy.

  2. #2
    Member Avatar von fabchief
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    HEIZ ('We love Heinz, but we hate Ketchup') ist keine Popkapelle! Also irgendwo hörts sich doch mal auf. Wenn ich das dem Atze erzähl!

  3. #3
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    Heinz ist sowas wie Tocotronic für...ä... einen kleineren Kreis von Menschen? Ähnlich lahm wie die Bangles.
    Kauf Dir lieber die CD 'Endlich tot' von Max Müller!
    Ich will auch mal Werbung machen, Wolfgang Müller macht das dauernd, zB für einen Frisör in der Schröder-Geschichte, und noch was anderes, was ich vergessen hab.
    Au Backe, jetzt fängt gleich wieder der Betriebsrat an zu keifen.

  4. #4

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    Mit keinem Wort habe ich behauptet, Heinz als etwas anderes denn lahm zu empfinden. Ich kann mich aber auch nicht erinnern, daß der Lahmheits-Faktor in irgendeiner Weise als Kriterium je aufgeschienen wäre. Zum Tocotronic-Vergleich wär zu sagen, daß sich die beiden Kreise wohl konzentrisch verhalten, sich die Radien aber doch deutlich unterscheiden dürften - es ist daher anzunehmen, daß sich der Tocotronic-Hörer Heinz maximal als Zweit-, eher aber als Dritt- bzw. Viert-Tocotronic hält. Außerdem gibt es von Heinz den Beinahe-Smashhit 'Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken', was meinen Heinz-Satz dramatisch an Witz gewinnen läßt.
    Und aber wichtiger: Ist das DER Max Müller, der heute die Radiogeschichte in Ö1 von Virginia Woolf (schreibt man die so? andererseits: wie sonst - vielleicht mit e hinten. wahrscheinlich eher nicht. möglich wärs) gelesen hat? Selten hat einer schöner vorgelesen. Andererseits: Er wirds wohl kaum gewesen sein KÖNNEN, wenn er doch tot ist. HAHAHA

  5. #5
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    Das abschliessende HAHAHA fand ich nicht so gut, unhoeflich. Was Max Mueller ausser seinen tollen Platten noch macht, weiss ich nicht, das weiss vielleicht sein grosser Bruder Wolfgang Mueller, der hier ja auch beschaeftigt ist, fragen wir den hier doch mal auf diesem Weg.
    Der HEINZ Song 'Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken' ist eine matte Replik auf Tocotronics 'Als ich mal mit Marc E. Smith Pizza gegessen hab' (Marc E. Smith=The Fall). Eine mattere Verehrung gibts ja wohl kaum, und ich meine nicht die von Tocotronic fuer Marc E. Smith
    (Beitrag wurde von tex am 17.01.2001 um 23:02 Uhr bearbeitet.)

  6. #6

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    hmm... das war freilich sehr, sehr unbedacht gesetzt, das HAHAHA, und wirkt, von jeder anderen Warte als der damals meinigen tatsächlich beschämend unhöflich - tschuldigung. Ich wollte mit dem HAHAHA eigentlich nur den ohnedies matten Wortwitz unterstreichen (nämlich bezogen auf den von Dir genannten Plattentitel), was aber durch ein verschmitztes hihihi besser, wenngleich auch nicht sehr viel höflicher seiner Erledigung zugeführt worden wäre.
    Zur Identitätsfrage Max Müllers ist zu sagen, daß es eigentlich fein wäre, würd es sich um zwei verschiedene Max Müllers handeln: dann könnte der eine sich den ganzen Tag seinen bestimmt großartigen Musikprojekten widmen und müßte in der Mittagspause nicht Radiogeschichten lesen und der andere könnte unbeeinträchtigt immerzu vorlesen üben, und auch manchmal öfter im Radio auftreten als nur ab und zu.
    Zur Prominenz Max Müllers ist noch zu sagen, daß er bei Napster nicht aufscheint - bei Eingabe von 'müller' und 'tot' kommt lediglich ein Lied zweifelhafter Qualität, von einem Mann namens Marius Müller-Westernhagen, mit dem Titel 'Supermann ist tot'...
    P.S.: Der tatsächliche Titel von dem Tocotronic-Lied ist übrigens: 'Ich habe geträumt, ich wäre Pizza-Essen mit Mark E. Smith' ;-)

  7. #7
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    aber ich find die Clemens Haipl Geschichte trotzdem sehr gut und lustig, meine Exfreundin Petra hat mal bei ihm geschlafen, weil ihr der Haustuerschluessel durch den Rost vor ihrer Haustuer geflutscht ist, ich versuchte noch reinzukriechen, machte mich unglaublich schmutzig, ereichte ihn aber nicht, dann schickte sie mich heim, den weiten Weg, waehrend sie bei Clemens Haipl, der bei ihr um die Ecke wohnt, um Asyl bat.

  8. #8
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    Es lohnt sich Max Mueller CDs zu kaufen , und nicht zu napstern (ich dachte, das ginge gar nicht mehr), denn der Mann ist arm wie eine Kirchenmaus, mir hat er mal einen Text geschickt, da war ein Turnschuhabdruck drauf, auch hat er gar kein eigenes Konto, ich wollte ihm mal was ueberweisen, er hat nur das seiner Freundin, find ich sehr nachvollziehbar, auch wird er gerade, oder ist gerade geworden? Wolfgang Mueller Onkel geworden.
    Gratulieren wir ihm mal, zu dieser komischen Ehre
    (Beitrag wurde von tex am 18.01.2001 um 02:56 Uhr bearbeitet.)

  9. #9

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    Dank für die Gratulation! Onkel Wolfgang hat gerade ausgiebig mit einem 27-jährigen Punk aus Indonesien über die Punk-Szene in Kula Lumpur gesprochen. Gerade im 'Bierhimmel' in der Kreuzberger Oranienstraße. Matthias musste leider schon früher ins Bett, er hat eine Mittelohrentzündung. Das schmerzt ihn sehr. Morgen geht es ihm hoffentlich besser. Gegen 1.30 kam noch Francoise Cactus von der Band 'Stereo Total' in den Bierhimmel hineingeschlendert und trank ein Glas Rotwein. Sie trug einen roten Mantel und winkte mir zu und ich winkte zurück. Davor, gegen 20.30 Uhr war ich übrigens im 'Jolesch' essen, in der Muskauer Straße, das gibt es österreichische Küche, sehr lecker. Die zahlreichen Beiträge aus Österreich haben mich dazu animiert, mir den Mund richtig wässrig gemacht. Ich aß Schweinerücken mit Spitzkohl. Morgen kommt der Gasinstallateur und baut einen neuen Zähler ein. Gute Nacht!

  10. #10
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    Hoffentlich ist der Gasinstallateur kein Oesterreicher!
    Wenn aber der Zaehler ein oesterreichisches Produkt waere, wuerde uns das wieder zurueckwerfen in unserem Bemuehen den ganzen Wahnsinn hier zu entaustriafizieren

  11. #11
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    Also nein....Ich möchte Eure Aufmerksamkeit eben mal auf etwas anderes lenken: weg vom Urinieren in ein Waschbecken, diesem Akt der totalen Befreiung und weg von Max Mueller und hin zu HEINZ, dieser legendären Band aus Wien.Diese Band, die ein Lebensgefühl vermittelt, dass das Gefühl beim Urinieren in ein Waschbecken bei weitem übertrifft und auch noch länger anhält. Diese Band, die sowenig lahm ist, wie eine texanische Wüstenrennmaus auf dem weg zur jährlichen Paarung, und die mal so überhaupt nichts mit dieser Band Tocotronic zu tun hat. Den Begriff 'lahm' in zusammenhang mit HEINZ zu nennen ist fast schon pure Ironie. Geht auf ein Konzert von HEINZ und alle Geschichten über Waschbecken und im Schnee stehen werden Euch vorkommen wie die Gute-Nacht-Geschichten eurer Eltern.rock n' Roll is alive!

  12. #12
    Member Avatar von Pretextat Tach
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    Ist Clemes Haipel vielleicht die "Mülltonne" aus Montevideo und Biene Maja aus "project x"?

    Hoffentlich blamiere ich mich jetzt nicht...
    Ich verzeihe mir.

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