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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sabrina aus Big Brother III



Aporie
13.10.2001, 16:07
Vergangenen Monat war ich eine Woche in Mallorca (nicht in Arenal sondern im vornehmeren Playa de Muro). Ich hatte ein Zimmer mit Aussicht auf Strassenbauarbeiten und erwachte deshalb reichlich früh. Entschlossen schlüpfte ich in meine Kleider und stapfte durch knöcheltiefen Sand ans Meer. Dort setzte ich mich auf den Boden, weil sonst nichts da war, worauf man sich hätte setzen können und starrte ins Meer. Nach einigen Minuten spürte ich, wie mein Arsch feucht wurde vom Sand. Ich stand auf und spazierte dem Strand entlang. Um diese Zeit waren nur wenige Touristen hier. Im Gegensatz zu mir trugen sie allerdings alle Badebekleidung. Die meisten lagen auf Frotteetüchern, die Frauen meist ohne ein Oberteil. Die Art und Weise wie sie mich angafften, gefiel mir nicht besonders. Menschen in Kleidern waren hier unerwünscht. Ich stapfte wieder landeinwärts. Der Strand ist zwar nur leicht abschüssig, aber die Fortbewegung auf Sand in umgekehrter Richtung gestaltet sich mühevoll. Ich blieb also kurz stehen, um zu verschnaufen . Es war nicht meine Schuld, dass das ausgerechnet in unmittelbarer Nähe eines üppigen bloßen Busens geschah. Ich merkte es sogar erst, als die Frau, zu der er gehörte, sich mit einem vorwurfsvollen Blick auf den Bauch drehte. Warum liegt diese blöde Tussi hier und nicht näher am Meer? Weil sie nicht angegafft werden möchte, lautete meine Antwort. Ich tat so, als sei ich bloß stehengeblieben, um mir eine Zigarette anzünden. Aber auch das war natürlich falsch, und außerdem hatte es hat zu viel Wind, und es gelang mir nicht. Ich machte mich aus dem Staub, ohne die Tussi eines weiteren Blickes zu würdigen. Meine Assoziationskette war folgende: Sie ist Supermarktkassiererin in Mannheim...warum liegt sie allein auf ihrem Aldi-Frottee?..sie will angebaggert werden...allerdings nicht von mir...ich bin ihr zu wenig schön, zu alt usw....wie würde mein Leben verlaufen, wenn ich schön wäre? (bei Männern hält sich das länger)...jedenfalls würde ich sie nicht anbaggern, trotz der großen Brüste...
Ich beendete diesen nachdenklichen Spaziergang in einer Strandbar und hockte mich neben einen Kerl, der die Hälfte des zwei Meter langen Tresens mit einer Batterie Fotoapparate belegt hatte, teilweise mit langen Rohren. Nanu, sagte ich zu mir, ein Paparazzo. Während ich meinen Café con leche trank, betrachtete er auf dem Bildschirm einer winzigen Digitalkamera die gespeicherten Aufnahmen. Ich reckte den Hals, um mitsehen zu können. Und was sah ich? Die Schlampe aus Mannheim. Eine Nahaufnahme, schräg aus der Hüfte geschossen. Der Paparazzo grinste. Sabrina aus der dritten Big Brother - Staffel, sagte er, hier habe ich noch mehr davon (er streichelte dazu liebevoll die Nikon mit dem größten Rohr).
Natürlich weiss ich nicht, ob Sabrina wirklich eine Prominente ist, aber wer von euch hat schon einen Paparazzo gesehen?

Die Wucht
13.10.2001, 16:19
Diese Wendung von Sabrina zu Paparazzo... hat hier glaube ich noch keiner angeboten, von Promi zu Spanner: neu, schön, überraschend, wuchtig.

Miss Behagen
13.10.2001, 19:11
Bei so viel ungebremstem Sexismus vermisse ich einen weiblichen Urschrei quer durch das Forum.

Knallgaszelle
13.10.2001, 19:17
Ob es sich lohnt?

Frau H aus B
13.10.2001, 19:30
Ein echter Paparazzo! Mit einem riesigen Rohr! Das ist in der Tat eine sehr schöne Wendung. Die Geschichte ist unprätentiös und gut erzählt. Punktabzug gibt es für den unangemessen flapsigen Ton an ein oder zwei Stellen.

Mike Hammer
13.10.2001, 19:35
Schliesse mich Missbehagen an. Fotoapparate, 'teilweise mit langen Rohren' - so geht es wirklich nicht.

Miss Behagen
13.10.2001, 19:54
'Rohr' als Allegorie für das männliche Zentralorgan wahrzunehmen, lässt auf Dildoneid schliessen.
Fairerweise muss gesagt werden, dass Berufsfotografen zu Teleobjektiven ab 200 mm Brennweite öfter mal 'Rohr' sagen.

julia mantel
13.10.2001, 20:17
ich dachte zuerst an die sabrina aus den achtzigern mit 'boys, boys, boys, i«m looking for the future..' oder so ähnlich.
hatte die nicht auch so enorme 'dinger'?

Frau H aus B
13.10.2001, 21:06
Dildoneid. Genau.
Wo bleibt die Li-La-Latzhosenbärin? Die wollte MissBehagen doch abholen, zum Neumondintrommeln!

Cat woman
13.10.2001, 22:14
Oh schön! Neumondintrommeln mit kollektivem Eispringen danach!
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Ich könnt mir sogar vorstellen, daß es sowas in echt gibt...

Ignaz Wrobel
13.10.2001, 22:51
Ich geh immer zum Männertrommeln mit anschließendem gemeinsamen Sackhüpfen.
Nett, Aporie! Aber wieso um Gottes Willen 'Aporie'? War es so ausweglos auf Mallorca? Keine Mannheimer Supermarktkassiererin mehr kennengelernt?

Aporie1
14.10.2001, 01:23
Aporie (z.Zt. abwesend) bittet mich, Herrn Wrobel mitzuteilen, dass Antworten auf die zentralen Fragen der Menschheit immer Aporien bleiben.

Hoeheres Semester
14.10.2001, 01:31
Apories
Dans les dialogues de Platon, Socrate place trs souvent ses interlocuteurs devant des ?apories? : l?impasse de leurs raisonnements et la difficulté ˆ définir positivement des notions ou des valeurs.
Aprs avoir dialogué avec Socrate, ceux qu?il a interpellés n?en savent donc pas nécessairement plus sur ce qui a constitué le thme de leur conversation, que ce soit le beau, la vertu, l?amour ou la sagesse. Ils se sont juste aperus que ces notions, dont ils considéraient le sens comme ?allant de soi?, sont plus problématiques qu?ils ne le pensaient.
Par le jeu subtil et rigoureux de ses questions, Socrate parvient ˆ amener celui avec qui il s?entretient ˆ reconna”tre que ce qu?il considérait auparavant comme vrai, du fait de ses préjugés ou de son adhésion précipitée ˆ l?apparence, est faux et contradictoire.
Il convient donc, pour se rapprocher de la vérité, d?utiliser la dialectique (la validité d?une thse s?éprouve dans le dialogue, éventuellement l?opposition entre deux interlocuteurs parvenant finalement ˆ un accord). L?aporie permet donc de se déprendre de l?illusion de la facilité et de concevoir l?accession au vrai comme étant davantage, pour un homme, un cheminement discursif, plut™t qu?une révélation immédiate (notre ‰me seule, avant d?tre entichée d?un corps, pouvant se prévaloir d?une telle expérience selon le mythe, décrit par Platon, de la Réminiscence).
Aristote ainsi que les sceptiques considrent l?aporie comme la mise en présence de deux thses opposées, disposant toutes deux d?une argumentation solide, rationnelle, raisonnable, et portant sur un mme sujet (c?est la méthode que Kant utilisera dans ses ?antinomies?). Mais l?utilisation qu?ils en font est radicalement différente. Tandis que les sceptiques justifient par l?aporie la suspension du jugement sur le sujet étudié (on ne peut se prononcer), Aristote, en accord avec Socrate et Platon, conoit l?aporie comme un instrument de la découverte du vrai par le dépassement des contradictions.
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Nur so, weil hier offenbar gerade klug geschissen wird.

Aporie
14.10.2001, 14:24
Auch Klugscheisserisches kann Bestandteil einer Antinomie sein, die ihrerseits zur Aporie führt. Der Ausdruck lässt darauf schliessen, dass die Klugheit im Arsch liegt, während das Hirn brach liegt. Anderseits kann der Arsch nicht reden und der Mund die Defäkation nicht übernehmen. Genau das unterstellt jedoch der Begriff. Es ist deshalb davon auszugehen, dass das Hirn geistige Nahrung zwar aufnimmt, sie aber ohne Gedankenarbeit verdaut, was den Mund dazu zwingt, das Verdaute als fraktalen Brei wieder loszuwerden.
En plus câétait le présocrate Zenon qui a utilisé pour la premire fois le mot aporie, parlant de lâaporie du grain ö une multitude de grains font du bruit en tombant, un grain tout seul ne fait pas de bruit. Le grain est-il sonore ou non ? ö utilise lâopposition entre unité et pluralité pour mettre en doute la connaissance sensible, ˆ laquelle nous ne pouvons pas nous fier, parce quâelle est contradictoire.
Ë partir de Kant, le terme aporie désigne une difficulté logique sans solution.

honz
14.10.2001, 14:42
Ich würde nach dem französischen doch gerne wieder zu den Brüsten zurückkommen, vor allem weil ich Brüste mag, nicht nur beruflich, meine Kolleginnen nennen mich Titten-Maxe, aber nur weil sie sich selbst viel zu fein sind, diese zugegeben doch recht schlichten Geschichten zu machen, also die die dabei rauskommen, nachdem der Fotograf die Aufnahmen seines Rohrs verkauft hat.
Doch genau in diesem Spannungsverhältnis liegt der Knackpunkt: 'Menschen mit Kleidern waren hier unerwüscht'. Frauen liegen mit entblösstem Oberkörper in der Öffentlichkeit, empfinden aber die Blicke uns dezent gekleideteten Menschen (ich habe auch am Strand immer ein Hemd an) als ein Eindringen und Spannertum.
Ich sitze sehr ungern in FKK-Bereichen, weil ich total verkrampfen muss, NICHT auf mal die Brüste der anwesenden Frauen zu schauen, Noch schlimmer sind direkte Unterhaltungen, da bekomme ich Nackenstarre, weil es mir unmöglich erscheint, den ansonsten auch aufmerksamen Blick wie gewohnt auf Körper und Umgebung umherschweifen zu lassen.
Ich finde der einzige angemessenen Rahmen gemeinsam nackt zu baden ist nachts am See bei Neumond, ansonsten ist strikte Verhüllungspflicht angesagt, da könnt ich zum Mullah werden.
Und, die Geschichte würde noch mehr gewinnen, würde man das Wort 'Tussi' ersetzen. Tussi ist bäh, so 80-er Jahre, die Schlampe aus Mannheim geht in Ordnung.

oha
14.10.2001, 14:48
Dieser Strang ist der am schönsten missglückte seit Kant. Mindestens.

honz
14.10.2001, 15:51
beim nochmaligen durchlesen muss ich dir recht geben oha, lass ihn rabrieseln.

julia mantel
14.10.2001, 18:23
honz, apropos fkk: hast du m. houellebeque gelesen, das 'elementarteilchen' oder die 'ausweitung der kampfzone'?
der gedanke kam mir nur gerade so als ich über dein unbehagen las.

honz
14.10.2001, 18:32
Nein , aber ich war mal mit Lottmann in der Sauna, das hat gereicht.

Ignaz Wrobel
14.10.2001, 19:24
Hüllebeck? Weger dem Französisch? Weger der Hülle? Weger was? Ich will zurück nach Mannem!

Aporie
14.10.2001, 19:38
Honzens an Eleganz nur schwer zu übertreffende Überleitung von hinten aufrollend möchte ich nun doch noch einmal von den Brüsten zum Französischen kommen, bzw. zum französischen Autor Michel Houellebecq, den Julia Mantel verblüffenderweise eben ins Spiel gebracht hat, und zwar mit der Frage, weshalb sie Honzens für mich durchaus nachvollziehbares, weil feinsinnig geschildertes, Paradoxon (Brüste so sehr lieben, das man ihren Anblick nicht ertragen kann) in die Nähe Houllebecquescher Äußerungen über FFK-Strände bringt. M.H. beschreibt in ³Elementarteilchen' den FFK-Strand, jedenfalls jenen von Cap dâAgde, eben gerade nicht als den Ort erwünschter oder unerwünschter Augenlust, sondern als Flucht aus der Stagnation in der Vorlust in den ultimativen Gang-Bang was, wie man nachlesen kann, zu empfindlichen Reizungen der Krause-Endkolben führt.

Ignaz Wrobel
14.10.2001, 19:54
Krause-Endkolben? Aporie, bist Du Ebbesand? Oder wer war das, der hier schon mal ausführlich über Krause-Endkolben referiert hat?

Aporie
14.10.2001, 20:23
Nein Wrobel, ich bin nicht Ebbesand. Man muss ja auch nicht Hitler sein, wenn man ausführlich über den Nationalsozialismus berichtet...usw.

Andrea Maria
14.10.2001, 20:51
Hitler hat nie über den Nationalsozialismus berichtet.

honz
14.10.2001, 21:09
Ich habe mal meinen vollen Namen in den Anagrammgenerator von Larry Erbs eingegeben, eines davon war EXEMPLAR HITLER

Ullysses
14.10.2001, 21:11
Das ist recht tragisch!

das L
14.10.2001, 21:13
Ich glaube, Hitler hat nie BErichtet, sondern nur GErichtet und zwar hin

Hoeheres Semester
14.10.2001, 21:15
Das L steht bei Ihnen für Lustig, gelle?

Die Wucht
14.10.2001, 21:17
Hoeheres Semester - im Fach Humor, Schwerpunkt Sprachwitz?
(Beitrag wurde von Die Wucht am 14.10.2001 um 20:17 Uhr bearbeitet.)

Aporie
14.10.2001, 21:25
Richtig Maria Andrea. Das Verb 'berichten' ist schlaff und schlampig. Ich werde mir das nächste Mal mehr Mühe geben.

Andrea Maria
14.10.2001, 21:31
Kann doch passieren, wo getischlert wird fliegen Hobel.

James Dean Brown
14.10.2001, 21:39
Ich glaube, beim 'Hobeln' schliesst sich der Kreis zu Sabrina.
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perfekt!

Andrea Maria
14.10.2001, 21:56
Ganz genau! Obwohl bei der doch eher die Dachziegel darn waren, beruflich. Die Balkone waren bei Sabrina doch Freizeit.