Ich war heute mit Hans Kary in der Kraftkammer und in der Sauna, erkannte ihn aber nicht gleich, was insofern ein bissl peinlich ist, weil wir ja in der Kraftkammer und Sauna des Tennisklubs waren, und Hans Kary in den 1970ern der erste Österreicher war, der es unter die Top 100 im Tennis schaffte, gegen Spieler wie Stan Smith oder Ilie Nastase gewann. Ich hätte es also wissen können, müssen fast, erkannte ihn aber erst, als er in der Garderobe mit anderen Clubmitgliedern über Tennis zu plaudern begann.

Kary ist ein paar Jahre älter als ich, bewegt sich nicht mehr ganz geschmeidig, aber wer bin ich, um ihm das vorzuhalten, und arbeitet durchaus engagiert an den Maschinen und Gewichten. Interessiert fragte er nach meiner – tatsächlich pompösen – Kniebandage, seine, meinte er, ist für gar nichts gut, die zwickt nur, meine ist hingegen wie ein zweites Knie, sagte ich, wirklich, ohne sie könnte ich keinen Schritt am Tennisplatz machen, und ich fürchte, ich brauche jetzt eine zweite auch fürs linke Knie, was eh noch gut wäre, wärs damit getan, MRT ist am Dienstag.

Kary scheint ein recht gut gelaunter Mann zu sein und spazierte fröhlich pfeifend durch den Ruheraum. Lustig auch, dass er seinen einzigen ATP-Titel 1979 in Lagos gegen Peter Feigl gewann, und Peter Feigl ist Arztsohn aus Steyr wie ich. Das werde ich ihm das nächste Mal erzählen, wenn wir gemeinsam in der Sauna sitzen.