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Thema: Windhorst, Lars, sticht

  1. #13
    Restaurator Avatar von Jeremy
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    Geht auch nur Idiot?
    Sick nature.

  2. #14
    Member Avatar von Reno Schmittchen
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    Titten-Tietje kennt Windhorst auch:

    "Andere, prominente Investoren sind tatsächlich bei Windhorst beteiligt worden – und sind mit dieser Beteiligung inzwischen ausgesprochen unzufrieden. Andreas Fritzenkötter, ehemals Sprecher von Kanzler Helmut Kohl (heute Bauer-Verlag) und der ehemalige Kohl-Berater und Bild-Chefredakteur Hans-Hermann Tietje (heute selbstständig) stehen bis heute mit sechsstelligen Beteiligungen an der Windhorst Electronics im Rahdener Handelsregister.

    Tietje, der Windhorst als „witzig“, aber auch als„Gaukler“ und „Hochstapler“ bezeichnet, nennt sein Investment im Nachhinein „Unfug“. "
    Wahn! Wahn! Uberall Wahn!

  3. #15
    Avatar von stu
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    wieso jeremy, willst du mich etwa heiraten?

  4. #16
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    summt 'matches made in hell...' und fragt sich, ob das Ausrichten schicker Scheidungsevents eine Marktluecke sein koennte.

  5. #17
    Avatar von stu
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    drea, you are my personal match maker, schon vergessen?

  6. #18
    MaybachMember Avatar von Der Admiral
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    Herr Windhorst ist übrigens Mitglied im "Asien-Pazifik-Forum Berlin", welches gerade in Berlin die Asien-Pazifik-Wochen durchführt. Vielleicht öfter mal chinesisch essen gehn?
    Embedded Senator

  7. #19
    Member Avatar von Reno Schmittchen
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    Oder japanisch? Da würde ich Herrn Windhorst einen Fugufisch empfehlen, von Alfred Biolek zubereitet. Die Marokkaner dürften ihn dann nicht weiter behelligen.
    Wahn! Wahn! Uberall Wahn!

  8. #20
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    Muss mich mal schlau machen, wie die Erfolgshonorare fuer gute Scheidungen gerade so liegen, Stu. Vielleicht sollten wir gaaanz anders an die Sache herangehen. Windhorst jedenfalls kommt nicht in Frage. Erstens ist sein Marktwert derzeit eher niedrig, zweitens ist er ein Herrenreiterlein und aussderdem saugt seine Konversation. Aber das soll mal lieber raumoberbayern erzaehlen. Jedenfalls ist das Exwunderblag nicht wirklich darum zu beneiden, dass sein Ruf als "entrepreneurial whiz kid" definitiv perdu ist, er unter dem Goldenen Reiter Syndrom (GRS) leidet und somit niemals Abschied vom westfaelischen Kindertraum (= Heute Soest. Morgen das Sonnensystem!) nehmen kann.

  9. #21
    Abebe Lowumbo Avatar von joq
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    Windhorst sollte, falls nicht schon geschehen, schwul werden und mit Kim[ble] Schmitz eine Weltbeherrschungsfirma aufmachen.
    More gin in teacups

  10. #22
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    raumoberbayern soll bitte von der saugenden Kommunikation erzählen. Danke.

  11. #23
    Avatar von raumoberbayern
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    wir haben eigentlich recht nett konversiert und es hat gar nicht mal so gesaugt. Da kenne ich aber andere (wie DREA ja schon angedeutet hat. Ist eben auch der Sonne zu nahe gekommen). Vielleicht muss man eine gewisse Affinität zu Ostwestfalen entwickeln, um das zu verstehen. So, lange Vorrede. Genau so ist es tatsächlich gewesen (Geschichte folgt sofort separat):

  12. #24
    Avatar von raumoberbayern
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    Wir sind in den selben Diskotheken gewesen, Lars Windhorst und ich. Allerdings mit mehr als 20 Jahren Zeitversatz. Lars Windhorst, das Junggenie aus Rahden.

    Als Jungendlicher habe ich im Schachverein gespielt. Schriftführer – und an Brett fünf der ersten Mannschaft – war damals Heinz Windhorst. Alter Hase, erfahren und bauernschlau. Heinz Windhorst stammte aus dem Nordkreis, daher wo Rahden liegt, daher, wo ungefähr zu selben Zeit eine neues Mitglied des verzweigten Windhorst-Clans, Lars, das Licht der Welt erblickt.

    Heinz Windhorst hatte ein Problem, er konnte nicht gewinnen. Windhorst gewann nie. Er hat auch nie verloren. Spielte immer unentschieden. »Alter Remisschieber«, pflegte unser Jugendtrainer zu sagen. Es lief immer nach dem selben Muster. Standarderöffnung, Figuren aus dem Spiel nehmen, das Spiel vereinfachen. Das Spiel ist dann so langweilig, dass es dem Gegner keinen Spaß mehr macht. Dann Remis anbieten, jeder Gegner nimmt gerne an. Obwohl ich anfangs nur in der fünften Mannschaft (der Nachwuchs, eine Jugendmannschaft gab es nicht) spielte, habe ich auch während der Vereinsmeisterschaft niemals gegen Heinz Windhorst verloren – aber auch niemals gewonnen.

    Heinz Windhorst war ein unaufdringlicher Mensch. Durch und durch mittelmäßig wie sein Spiel, gutmütig, gutbürgerlich, solide.


    20 Jahre später, München, Hotel Vier Jahreszeiten

    Ich sitze in der Lobby, warte auf den hohen Besuch aus Ostwestfalen. »Unser Herr Windhorst würde sich gerne mit Ihnen treffen Herr raumoberbayern«, hatte seine Sekretärin telefonisch angekündigt. Mittlerweile war der Stern des deutschen Wunderkinds im Sinken begriffen. Vor allem im Spiegel war die Erfolgsgeschichte kritisch durchleuchtet, das Wunder hinterfragt worden. Sein Kerngeschäft, die Windhorst Electronics – Computer Großhandel, Im- und Export – war gefährlich ins Wanken geraten. Windhorst suchte das Fachpublikum auf seine Seite zu ziehen, ging in die Presseoffensive. Junggenie hin, großer Schwindel her, gern war ich bereit, mich mit dem Jungunternehmer aus der alten Heimat zu treffen. Zumal er auch seinen neuen Geschäftsführer dabei habe, wie seine Sekretärin durchblicken ließ.

    Lars Windhorst spielte ein anderes Brettspiel als sein Clan-Verwandter und mein ehemaliger Vereinskamerad Heinz Windhorst. Das, bei dem es um das große Geld ging, das große chinesische Geld. Und er pflegte auch einen anderen Stil: Hohes Risiko und immer auf Sieg, auch wenn die Lage verzweifelt erschien.

    Kurz nach zehn trabte Lars Windhorst in die Lobby des Vierjahreszeiten. Er sah aus wie auf den Bildern, nur weniger glamorös, etwas angestrengt, sehr rustikal ostwestfälisch. Mir fiel Heinz Windhorst wieder ein. Dieselbe Bauernschläue, allerdings weniger verschmitzt, eher verbissen. Dann Präsentations-Charts der unübersichtlichen Organisation des Windhorstschen Empires. Das habe man vereinfacht, Geschäftsbereiche zusammengelegt. Wichtig sei das Immobiliengeschäft in Fernost. Und dann die Electronics. Um die 100 Millionen – damals noch – Demark setze das Unternehmen um. Das habe er vernachlässigt. Jetzt soll ein neuer Geschäftsführer Schwung in das Herzstück der Windhorstschen Unternehmungen bringen.

    Er erinnerte mich an den Elektriker im Betrieb meines Vaters. Ein schlacksiger, blasser Typ Anfang 30, hager, Oberlippenbart, ernster, besorgter Blick. Gelernt hatte er tatsächlich Elektriker. Windhorst hatte ihn von einer Kugellagerfabrik in der Nähe abgeworben, in der er einen Managementjob bekleidete.

    »Na, wir werden jetzt erst mal die Electronics wieder auf die Reihe bringen und den Ball flach halten«, er sah mich ernst an, dann ein gequälter Blick zu seinem jungen Chef. Zu diesem gewandt, diesen bremsend: »Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen. Die Situation bei der Electronics ist doch nicht so einfach.« »Da haben Sie Recht, deshalb sind wir ja auch hier. Sie machen das schon«, ein nicht minder besorgt wirkender Lars Windhorst mit einem schwachen Versuch, seinen Geschäftsführer aufzumuntern.

    Wir tauschen Insides über die Electronics aus. Sprechen über Graumarkt. Genau so wolle man in Zukunft nicht mehr agieren bekräftigt der Geschäftsführer. »Eben«, entgegnet sein Chef und berichtet über einen Vertrag mit einem große koreanischen Hersteller. Über PCs, die er nach einem ganz neuen Konzept bauen will. Von gewaltigen Stückzahlen und dem großen Geld. »Jetzt müssen wir allerdings erstmal anfangen«, holt ihn sein Geschäftsführer wieder auf den Boden.

    Das Gespräch plätschert dahin. Mittlerweile sind wir in Ostwestfalen angekommen, stellen fest, dass wir dieselben Diskotheken besucht haben, dass wir dieselben Leute kennen. »Wenn Sie mal in der Gegend sind, Herr raumoberbayern, dann kommen Sie doch vorbei. Wir bauen eben unsere neue Firmenzentrale in Rahden. Der Rohbau steht schon. Das zeige ich Ihnen und abends machen wir eine Diskotour.« Lars Windhorst ist keineswegs unsympatisch. Ich sage zu. Vor dem Hotel steigen die beiden in ein Taxi, es ist ein uralter Passat.

    Lars Windhorst habe ich danach noch einige Male auf Messen getroffen. Ein Junggenie? Eher ein typisch ostwestfälischer Bauernrotzlöffel, wie ich während meiner Schulzeit dort viele kennengelernt habe. Ein wenig grossmäulig aber harmlos. Ein netter junger Mann, dem das große chinesische Geld zu Kopf gestiegen ist, der den Boden unter den Füßen verloren hat und die Orientierung. Genau wie Heinz Windhorst konnte auch Lars Windhorst nie gewinnen, auch wenn er es wirklich versucht hat.

    Jahre später bin ich wieder in Rahden, zur Hochzeit meines Freundes Tim. Damals bin ich auch an Windhorsts neuer Zentrale vorbeigefahren. Aus dem Rohbau der Betonhalle wuchsen Büsche, der Parkplatz war überwuchert, die Natur hatte sich das Bauland zurückgeholt.

    Die Electronics gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr. Um Lars Windhorst ist es still geworden, genau wie um andere IT-Millionäre, die ihr Glück in Asien suchten. Auch auf Messen sieht man ihn nicht mehr. Vielleicht sollte ich ihn anrufen, wenn ich das nächste Mal in Ostwestfalen unterwegs bin. Wir könnten Sonntag Abend gemeinsam auf Diskotour gehen.

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