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Thema: Rubinowitz, Tex (malte mit Torte)

  1. #13
    Avatar von lacoste
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    selber!

  2. #14
    Member Avatar von frosch2
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    Und manchmal vielleicht Katzen. Man steckt nich drinne.

  3. #15
    Hobel Avatar von Ignaz Wrobel
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    Frau H., Sie haben eine gute Beobachtungsgabe! Das überzeugt auch mich, obwohl ich den Poser bis jetzt nur durch die Scheiben eines Friseursalons in Berlin Mitte sah, wo er gelangweilt Phallussymbole mit Rasierschaum auf die Spiegel malte.

  4. #16
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    Poserli, bravo, du machst dich so langsam. Das ist doch schon eine ganz hübsche Geschichte die du dir da ausgedacht hast. Zwar ist dir der Zwang zum lächerlichmachen deiner Mitmenschen immer noch inhärent, aber insgesamt, immerhin, es ist schon regelrecht eine Geschichte mit Subjekt, Objekt, Prädikat und Satzbau darinnen. Mächtig Prächtig im Vergleich zu früher. Gute Vier Minus würde ich sagen.(Ich weiß doch, wieviel Wert du auf meine Beurteilung legst.)
    Ich kannte übrigens auch mal einen Herrn der aus reinem Spaß an der Freud Mädchenhändler wurde. Leider hat er seine Kollegen von der Mafia verstimmt und die haben ihn dann totgemacht. So kommt das manchmal, wenn man ausgefallenen Hobbys nachgeht. Aber das sollte deinen Freund natürlich nicht entmutigen.

  5. #17
    Avatar von O de Cologne
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    vor jahren hielt ich mich zum behufe der zerstreuung in new york auf.
    ich lief kreuz und quer durch manhattan, tankte alle zwei blocks coffee to go, guckte greenich village, broadway sowie wallstreet und liess mir im yachthafen beim world-trade-center eine frische brise durch«s haar wuscheln.
    die 5-7 anwesenden wasserfahrzeuge dümpelten lustig im brackigen schlick.
    eines der grösseren exemplare hatte einen kleinen hughes-helikopter hinten draufgeschnallt bekommen, seine rotorblätter schön ordentlich, hasenohren gleich, nach hinten weggeklappt. er sah einem oh269 bzw. oh300 sehr ähnlich, jedoch handelte es sich zweifelsohne um eine zivil genutzte maschine.
    der grund für die erzählung dieser kleinen episode in diesem strang folgt nun:
    an board des immobilie-in-zentraler-lage-äquivalents sollte es sich zutragen, dass eine art kleines gerangel zu beobachten war.
    meine sowieso schon vom heli dorthingelenkte aufmerksamkeit wurde von einer ca. dreissigjährigen, schwarzen polizistin nun gänzlich auf den bereich 'boot' gezogen. das ziehen vollzog die dame am arm eines ca. vierzigjährigen weissen mannes, der im pilotensitz des kleinhubschrauber sass, und dort offensichtlich nicht sitzen sollte.
    er hätte sich eigentlich ganz gut an bord gemacht, hätte nicht die schimpfende frau an ihm gezogen. er wirkte gepflegt, gebräunt, geanzugt (cremefarben, YSL?) und gerolext.
    dem lächelnden, stark abwesend wirkenden herren wurde immer wieder laut ins ohr gerufen 'mr. rousenbörg! git ya ass out now!', was jedoch keinerlei effekt zu haben schien.
    ein weiterer part der begebenheit spielte sich am kai ab. eine ca. sechzigjährige, weisse, besorgt wirkende dame, ein sichtlich genervtes, ca. fünfzigjähriges, weisses ehepaar (die eigner?) sowie drei weitere new yorker cops schauten richtung helikopter.
    die ältere dame rief mehrmals mit dünner stimme: poooser, kommst du jetzt wohl! ...

    ich hatte nicht den ganzen tag zeit für solche faxen und erlebte deshalb nicht den ausgang der geschichte.
    nachtrag: ich möchte keineswegs implizeren, dass es sich bei mister rousenbörg und dem hier schreibenden herrn rosenberg um die gleiche person handelt.
    mir geht es einzig und allein um die lustige geschichte und die erwähnung dieser m.m.n. verblüffenden synchronizität.
    (Beitrag wurde von O de Cologne am 12.06.2001 um 20:57 Uhr bearbeitet.)

  6. #18
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    Das ist nicht Lottmanns Stil, das ist Simpsimps Stil.

  7. #19

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    Vor zwei Jahren mußte ich einmal beruflich nach Wien. Ein guter Freund von mir ist im internationalen Mädchenhandel tätig. Ich sollte ihm helfen, vier süße Tschechinnen nach Köln zu bringen. Ich liebe die Frauen und ich liebe meinen Beruf. Und ich liebe meine Freunde, also sagte ich ja. Ich flog nach Wien, was ein teurer Spaß ist. Aber die Firma zahlte ja alles. Ich stieg im Hotel Terminus ab, weil ich das unglaublich witzig finde. Wenn ich mal eine Frau finden sollte, die Barbie als Vornamen hat, gut aussieht und keine Scheiße redet, werden wir hier unsere Flitterwochen verbringen. Ich machte mich kurz im Hotel frisch und lief dann die Mariahilfer Straße auf und ab. Es war kurz vor Weihnachten, der Geruch von gebrannten Mandeln lag überall in der Luft. Ich kaufte im Steffl einen Teddybären für meine Tochter. Meine Tochter ist ein Scheidungskind und Scheidungskinder brauchen Teddybären, damit sie sich daran festhalten können.
    Ich klemmte den Teddybären untern Arm und begab mich zum vereinbarten Treffpunkt, das Café Zentral. Ich setzte mich an einen Tisch gleich rechts neben der Tür, bestellte einen Großen Braunen und wartete. Doch mein Kontaktmann kam nicht. Ich bestellte ein Saftgulasch, ich hatte Hunger. Ich wartete eine Stunde, aber mein Kontaktmann kam immer noch nicht. Als ich den Standard zum dritten Mal durchgeblättert und sogar Teile des Sportteils zu lesen begonnen hatte, reichte es mir. Ich zahlte und ging. Den Teddy wieder fest im Arm lief ich durch das nächtliche Wien. Es gab Nieselregen mit Schnee. Ich wollte zur Sezession, da sollte es irgendeine Ausstellung geben. Aber die Sezession hatte natürlich schon geschlossen. Ich lief noch ein Stück und stand plötzlich vor der Oper. Ich lief wieder zurück, an der Sezession vorbei. Wien war wirklich eine scheinbar häßliche Stadt. Kein Wunder, daß alle so dumm sind, die dort leben müssen. Aber die Frauen sind hübsch und wegen dem Akzent versteht man die Scheiße nicht, die sie natürlich auch reden.
    Ich lief einfach immer weiter. Dann kam ich allmählich zu einer sympathischen Kneipe. Sie hatte nur eine Tür und ein großes Fenster. Sie hieß Nachtleben. Und hinter dem großen Fenster saß er. Tex Rubinowitz, das österreichische Witzgenie. Ich muß sagen, er macht wirklich geniale Witze. Er kann überhaupt nichts richtig, er kann nicht richtig zeichnen, er kann nicht richtig schreiben und er kann nicht richtig denken. Aber er hat ein großes Herz und die Seele eines Kindes, vielleicht sogar eines Scheidungskindes. Die Liebe, die er in jeden seiner genialen Witze legt, transzendiert alle formalen Beschränkungen, sie transzendiert die Form an sich. Es wird alles Rubinowitz, was er anfaßt. Ich bin schon lange ein großer Fan seiner brillanten, verschrobenen Witzzeichnungen. Und jetzt stand ich plötzlich vor ihm. Nur eine Glasscheibe und ein paar Kubikmeter Nieselregen trennten uns. Jetzt sah ich erst, Rubinowitz zeichnete schon wieder. Er hatte in der linken Hand ein Stück Sahnetorte. Er hatte es richtig in der Hand, ohne Teller. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand holte er sich Sahne und malte damit an die Fensterscheibe. Einen dicken Mann, der lachte, ein Herz, eine Sonne. Ich stand ganz still und schaute auf Tex Rubinowitz, wie er versunken malte. Das schiefe Gesicht, der träumerische Ausdruck in den Augen, der vom kritischen Kräuseln der Brauen abgefangen wurde, die unmögliche Nase, die Fickbrille - es war alles ganz lieb und süß. Plötzlich blickte er auf, sah den Teddybären in meinen Armen und schenkte uns ein Lächeln. Mein Herz schlug. Ich konnte seine Seele sehen, und ich sah, daß sie mich umarmen wollte. Ich schämte mich und lief weg. Ich ging in irgendeinen Stripteaseclub um die Ecke und fickte die ganze Nacht mit einer drallen Polin, weil ich DAS loswerden wollte. Ich wollte mich wieder als Mann fühlen. Die Polin war sehr biegsam und stabil, ich fickte und fickte, bis ich schließlich nicht mehr fickte und einschlief. Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Wiener Vorort auf der Straße, ohne Geld, ohne Kreditkarten und ohne Schuhe, wie in einem schlechten Film. Dann sah ich auf der anderen Straßenseite den Teddybären sitzen und wußte, es geht weiter. Ich kroch auf allen Vieren rüber, dem Teddybären in die Arme und hielt mich daran fest, denn ich bin auch ein Scheidungskind.

  8. #20
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    ¡

  9. #21
    Avatar von James Dean Brown
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    Poser/Casablancas geht mir wuchtig auf die Nerven.

  10. #22
    Moderatorin Avatar von Frau H aus B
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    Julian, bist Du Poser? Könntest Du das bitte mal unterlassen, was Du da machst? Das ist nämlich penetrant. Danke.

  11. #23
    Moderater Avatar von Murmel
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    So, Spiegelleser, das ist also Poser Rosenberg.
    Keiner gibt zu, seine Texte geschrieben zu haben. Alle vermuten, dass es irgendwer sei. Aber es ist keiner. Sagt jeder, der beschuldigt wird. Dann geben es mache zu, leugnen es jedoch sofort wieder. Niemand ist Poser Rosenberg, aber seine Texte erscheinen. Nicht einmal er weiß, wer er ist. Denn dann wäre er nicht Poser Rosenberg.

  12. #24
    Comandantina
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    Die Geschichte ist grossartig. Da stimmt alles.

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