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Thema: Jagger, Mick

  1. #1
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    ³Das Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg ist zweifelsohne das beliebteste archäologische Ausflugsziel Hessens. Seine Nähe zum Großraum Frankfurt als auch die damalige Förderung der Restaurierung durch einen deutschen Monarchen, der wir das Kastell in seiner heutigen Form verdanken, haben wohl entscheidend dazu beigetragen. Wie beliebt die Saalburg ist, konnte man 1997 bei den Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum ihres Wiederaufbaus hautnah erleben: Es kam es zu einem derartigen Besucherandrang, wie man ihn sonst nur von großen Sportveranstaltungen oder Rockkonzerten her kennt.ã
    Diese wohlgesetzten Worte findet der Surfer auf der Internetseite des oben genannten Freilichtmuseums. Der Hinweis auf ³Rockkonzerteã gibt das Stichwort für ein Paparazzi-Erlebnis aus dem Jahre 1995, ich war bei einer Frankfurter Softwarefirma beschäftigt, und das Römerkastell Ziel eines durchwachsenen Betriebsausfluges. Bereits am Ende der Besichtigungstour angelangt, überholte uns eine Gruppe von Personen in einer für diese Umgebung ungewohnten Eile, an der Spitze ein kleiner Mann, mürrisch, in schmuddeliger Trainingshose, seine anzugtragenden Begleiter (Leibwächter? Offizielle?) fast fliehend, wie ein kleiner Junge, der einen ihm aufgezwungenen Ausflug aus Trotz in demütigender Hast absolviert: es war Mick Jagger! Und das Schöne daran, ja das für uns eigentlich Wichtige an der Begegnung war der Umstand, dass es von der ersten Sekunde an für keinen der zahlreichen Betrachter auch nur den leisesten Zweifel daran gab, dass ER es tatsächlich war, dass also das 1:1-Verhältnis zwischen Person und Vorstellung aufs Mächtigste sich bestätigte (was in den darauffolgenden Tagen in zahlreichen firmeninternen Erlebniserinnerungsgesprächen immer wieder bekräftigt werden musste).
    P.S. Die Stones gaben tatsächlich an dem Tag in der Gegend ein Konzert, wie spätere Recherchen ergaben (irgendein Zweifel bleibt für uns Moderne immer, wir leben ja nicht mehr im Mittelalter, wo man sich soviel Splitter aus dem Kreuz des HErrn verschaffen konnte wie man wollte ...)

    ------------------
    McKielly

  2. #2
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    Dies ist mal wieder eine echte Trophaee an der Wand unseres Forums. ER war sicher besonders klein, nicht wahr? (Nach unserer hier entdeckten Formel der Reziprocitaet von den Faktoren Beruehmtheit und Koerpergroesse)

  3. #3

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    Ich habe Mick Jagger einmal ziemlich in meiner Nähe gehabt. Das war vor zwei Jahren in Island. Zweimal schon waren Konzerte mit ihm auf der Insel angekündigt worden, aber jedesmal klappte es irgendwie nicht. Wahrscheinlich wäre die Stromversorgung zusammengebrochen, wenn die Band gespielt hätte oder es gab keine geeignete Halle. Und doch - als alle Isländer traurig waren, ja, wohl auch ein bißchen sauer, dass die Stones wieder mal abgesagt hatten, lief plötzlich eine 77 Meter Yacht in Isafjördur an Land und als echte Überraschung sprang Mick Jagger mit einer Frau heraus. Nur der lokale Reporter des 'morgunbladid' war am Ort. Isafjördur hat 3.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Nordwestens, das ist wirklich am Ende der Welt. (Die Straße nach Isafjördur ist nicht geteert, wenn man hinfährt, passiert kann man noch im Juli meterhohe Schneewehen am Straßenrand, Reste vom Winter).
    Aber genau dort lebt Islands größter Stonesfan, ein Mann um die 60, der alle ihre Platten gesammelt hat. Mick Jagger lieh sich ein Fahrrad, kaufte eine Mütze aus dunkler Schafwolle, ein Buch im Buchladen und fuhr mit seiner Begleitung die Straße zum nächsten Ort entlang. Später besichtigte er das lokale Heimatmuseum, wo der Bürgermeister und der Islands größter Stonesfan schon auf ihn warteten. Da plötzlich sprang eine blonde Frau, die 50-jährige Bankangestelle Gunhildur Aldad—ttir auf Mick Jagger zu, küsste ihn und schlang lachend ihre Arme um den schmächtigen Mann. Das Foto erschien ganzseitig in allen drei isländischen Tageszeitungen und seitdem kennt jeder Isländer die Bankangestellte Gunhildur Aldad—ttir.

  4. #4
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    Wer ist in Deutschland eigentlich beruehmter, Mick Jagger oder Beate Uhse?
    Wen jeder Finne kennt, wissen wir ja nun und durften auch dankenswerterweise Bekanntschaft machen mit einem weiteren wundervollen finnischen Namen.

    (Beitrag wurde von elle otto am 30.03.2001 um 21:31 Uhr bearbeitet.)

  5. #5
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    Mein armer Jürgen Kiel, ich fürchte, du mußt jetzt sehr sehr tapfer sein. Es ist nämlich so, daß der Mick Jagger, so steht zu befürchten, geradezu mikroskopisch klein ist. Dies hat die Forumsforschung bewiesen und es steht irgendwo. Und daß es darüberhinaus eine Alltäglichkeit solch außerordentlichen Ausmaßes darstellt, den Mikrobenhaften Stoneschef wo auch immer anzutreffen, daß dagegen die Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild im Badezimmer als etwas besonders Rares erscheint. So haben bereits mehrere Personen allein meinen Weg gekreuzt, die Mick Jagger irgendwo getroffen haben und als ich neulich in meinem Fotoladen war, stand ich hinter einem Herrn, der gerade dabei war, seine Fotoabzüge zu begutachten. Wie es meine Art ist, schaute ich ihm dabei über die Schulter. Und du rätst nicht, wer auf den Fotos abgebildet war. Doch, es war mal wieder der Herr Jagger selbst und zwar nicht im Rahmen irgendeines Konzertes, nein, es schienen ganz private Fotos zu sein, Laubwerk war darauf zu sehen, ein irdenes Auto und ein Biertrinkender Mick Jagger. Ich vermute, daß der vor mir stehende Herr, der die Aufnahmen offensichtlich gemacht hatte, mit seinem Auto irgendwo angehalten hat, vielleicht um sich in der freien Natur zu erleichtern, woraufhin dann Mick Jagger aus dem Gebüsch gesprungen ist, um ihm einen Trunk Bieres abzubetteln. Wobei dann der mir unbekannte Mann versehentlich an den Auslöser seiner Kleinbildkamera gekommen ist, die er mit hinausgenommen hat, vermutlich um sie vor Dieben zu sichern. So muß es gewesen sein.
    Spekulatius, gewiß. Dies tut jedoch der Schönheit deiner Erzählung nicht den geringsten Abbruch.

  6. #6
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    ... hm, Angelika, vielleicht sollte es ein Spezialforum geben: der tägliche Mick-Treff oder so. (Gut, dass ich kein Stones-Fan bin. Aber MJ auf Island ist super. Diese Insel merk ich mir.)
    ------------------
    McKielly

  7. #7
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    Du hast ja so recht, Jürgen Kiel. Wenn ichs recht bedenke, wundert es mich auch, daß es einen solchen Strang noch nicht gibt. Es hängt vermutlich damit zusammen, daß wir das selbstverständliche, alltägliche oft gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Desto wertvoller deine und Wolfgang Müllers Ausführungen. Erweckend gradezu.

  8. #8
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    Ihr indirektes Erlebnis mit Mini-Micky ist ja auch nicht von schlechten Eltern, liebe Frau Maisch, und moechte ich auf gar keinen Fall mehr missen.
    (Beitrag wurde von elle otto am 31.03.2001 um 12:28 Uhr bearbeitet.)

  9. #9
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    Ich habe auch ein Erlebnis mit Mick Jagger beizusteuern. Ich kann wahrheitsgemäß behaupten, dass ich schon zusammen mit ihm auf der Bühne gestanden habe. Jawoll!
    Na ja, der Hintergrund ist folgender: Ich habe als Schüler Anfang der siebziger Jahre in Frankfurt für eine Konzertagentur (Lippmann + Rau) als Beleuchter gearbeitet. Damals gab es bei den meisten Rock-Konzerten vier oder (wie bei Santana) maximal acht 'Verfolger' (die Spots mit dem kreisrunden Lichtkegel) mit jeweils vier Farbblenden als Beleuchtung, das war alles. Auf der Bühne selbst befand sich kein einziger Scheinwerfer. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. 1973 kamen die Stones, mit Billy Preston als Vorgruppe. Bei Preston stand ich am Spot, die Stones hatten als erste Gruppe eine eigene Beleuchtungsanlage dabei, in ZWEI Sattelschleppern angekarrt (WOW), damals eine Sensation, heute hat dieses Equipment jede Vorstadt-Band. Unter anderem hatten sie auch eigene Spots mitgebracht: 8 Super Trooper Kohlelichtbogen Spots, bedient von eigenen Beleuchtern, ich konnte mich also anderen Dingen widmen. Die Spots standen übrigens HINTER der Bühne und leuchteten über einen vor und über der Bühne aufgehängten riesigen drehbaren Spiegel auf die Musiker, war toll, habe ich danach nie wieder gesehen.
    Jagger hat damals Rosenblütenblätter in's Publikum geworfen (die Rosen hatten wir vorher in ganz Frankfurt zusammengekauft und 'gerupft'), sich auf der Bühne mit Wasser übergossen (deswegen mußte ein Bademantel bereitgehalten werden) und - jetzt kommt's - große Ballons (ca. 1 Meter Durchmesser), die mit Helium, Styropor und Zucker so gefüllt und austariert waren, dass sie nahezu schwerelos waren, in's Publikum schweben lassen. Neben dem Job, vorher das Styropor und den Zucker mit Trichtern in die Ballons zu praktizieren war es dann meine Aufgabe, auf der Bühne hinter den Boxen (also für das Publikum unsichtbar) zu stehen und Mick Jagger die Ballons zu reichen.
    Ich war damals natürlich stolz wie Bolle!
    Persönlichen Kontakt mit ihm hatte ich wenig, ich erinnere mich nur, dass er ein eher unangenehmer Zeitgenosse war, so wie er mit seinen Leuten umgegangen ist.
    Lang, lang ist's her ...

  10. #10
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    .
    Ich möchte das mal wuchten, weil
    - bald Freitag ist,
    - ich mal in der Nähe der Saalburg gewohnt habe und gern mit meinem damaligen Pferd dort hin geritten bin, ohne jemals Mick Jagger begegnet zu sein,
    - Angelika völlig recht hat, er ist wirklich mikroskopisch klein,
    - und weil Bill Wyman heute 65 Jahre alt wird. Der Bill-Wyman-Strang gefiel mir allerdings nicht, also diesen hier hoch...

  11. #11
    Large Member Avatar von vir
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    Ich habe 1995 im Radio DRS ein Treffen mit den Rolling Stones gewonnen. Jagger sagte bevor er mir das welke Händchen reichte: 'Hi, I'm Mick'. Humor hat er, das muss man ihm lassen!
    Er und die anderen drei sind wirklich wahrhaftige Homunkuli. Aber weniger wegen der fehlenden Länge(durschnittliche Bandhöhe schätzungsweise locker 1.76m) sondern weil sie so verhuzelt sind.
    P.S.: Ich mag Menschen, die 'Mike' Jagger sagen.
    ------------------
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  12. #12
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    Virchow, hier zumindest wäre, meine ich, der Ort, alles über deine Begegnung mit Mike rauszulassen. Und nichts auszulassen.
    Komm, gib dir nen Ruck.

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