Ich hab so was schon mal gemacht – die Älteren werden sich erinnern. Aber auch diesmal kann ich den Namen der Prominenten nicht nennen. Niemals. Versucht es also gar nicht, ihn mir mit glühenden Zangen aus dem Leib zu pressen:
Letzte Woche saß ich backstage bei einer TV-Aufzeichnung. Der Gast der Sendung ist berühmt, weniger für sein berufliches Können; vielmehr west er andauernd in den Schlagzeilen der BILD-Zeitung, weil er ein bizarres Privatleben mit wechselnden Partnern führt. Im Moment allerdings gilt er als solo.
Nun, die junge Dame (denn um eine solche handelt es sich) wurde zum Auftritt gerufen, während ich mit ein paar Kollegen im sogenannten VIP-Raum (ein Hinterzimmer mit Garderobe) fleißig dem Hauswein zusprach, um das Wochenende einzuläuten. Während der Gast also auf der Bühne Showtime hatte, sahen wir der Sendung über das Haus-TV zu. Plötzlich fiel mir ein auf dem Tisch liegendes Handy ins Auge. Ihr Handy.
Man mag es auf den Wein schieben: Ich wollte es wissen – wer ist in ihrem Telefonbuch verzeichnet, vor allem aber, was für SMSen sind gespeichert. Ich fragte in die Runde, ob wir es tun sollten. Jeder sagte, nein, kann man nicht machen. Stimmt, sagte ich und ließ es.
Da liegt das Handy.
Wir gucken uns an.
Madame ist auf der Bühne und charmiert.
Das Handy liegt da.
Noch zehn sichere Minuten. Kein Mensch würde es je erfahren.
Ich greife zu.
Und lese sie: Eine eindeutige SMS mit Dank für eine unvergessliche Nacht – von einem anderen (verheirateten) Prominenten. Ein Anruf bei Herrn Honz und ich bin reich... ich Schwein.
Aber ich werde es nicht tun.
