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Sie haben mir Ihre Zeit geopfert, Aporie. Herzlichen Dank dafür. Eine erschreckend große Lücke (S. Sonntag: Notes on Camp.) wurde geschlossen. Aus dem Vergleich der nun auffindbaren diversen Definitionen (siehe u. a. u.) ergeben sich beim Unbedarften zwei Schlußfolgerungen: bettyford ist nicht camp und die Susan-Sonntag-Exegese muß dem Fachmann vorbehalten bleiben. Dem Henscheid des Forums und Henscheid z. B. Stimmt mein Gefühl, daß mindestens letzterer kein Sonntag-Fan sein kann?
Zur Definition von camp siehe [GOODWIN, JOSEPH P.: More man than you'll ever be. Indiana University Press 1989: 38f]. Camp ist eine Haltung, ein Humorstil, ein Zugehen auf Situationen, Menschen und Dinge. Übertreibungen und Inversionen drücken den Blickwinkel von camp aus; er betont die Form vor dem Inhalt, schwächt Pompöses ab, macht sich über Prätensionen lustig und untergräbt Werte. Camp ist der Ausdruck einer Spannung zwischen einer Person bzw. Ding und dem Kontext bzw. den Assoziationen. Camp ist ein metakultureller Kommentar über Kultur; camp kann spielerisch benutzt werden, meist ist es jedoch ein ernsthaftes Medium.
http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0920cyt/gogi.htm#10
Worte wie Ehrlichkeit und Authentizität gehen den Künstlern, die ihre Karriere im begrifflichen Minenfeld zwischen Kunst, Kitsch und Künstlichkeit angelegt haben, erstaunlich leicht über die Lippen. Und ohne jedes Augenzwinkern: "Das ist es, was ich an Dingen liebe, die camp sind, das ist die Ehrlichkeit", sagt Tennant und widerspricht damit der klassischen Definition von Susan Sonntag, wonach camp etwas so Schlechtes ist, dass es schon wieder gut ist (Liebe nur auf Ecstasy. ARNO FRANK).
http://www.taz.de/pt/2002/04/05/a0127.nf/text
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Auch ne Variante
[zu eng. to camp = kampieren, lagern] Auch wenn man es vermuten könnte, geht es hier nicht um Bier trinkende Urlauber in zeltbesiedelten Feuchtbiotopen, die im Socken-und-Sandalen-Outfit den Grill anwerfen. Der Ausdruck bezieht sich auf den Ego-Shooter und bezeichnet einen Gamer, der sich einer passiven Taktik bedient. Er lauert seinen Gegnern in einer dunklen Ecke auf, "campt" dort vorübergehend, um sie dann überraschend auszuschalten, sich wieder zurückzuziehen und auf den nächsten Gegenspieler zu warten. In Verbindung mit einer Scharfschützenwaffe wird dieser Spielertyp auch Sniper genannt. Camper sind in der Community nicht sonderlich beliebt und werden häufig rüde beschimpft.
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Wobei Frau Sontag den Ausdruck v.a. theoretisch aufgebretzelt und zum Begriff gedengelt hat. Feld-, wald- und wiesenbedeutungsmäßig war er so ähnlich schon eine Weile davor da, slangförmig.
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Fatum 18.800
Faktum 192.000
Fantum 857
Fötum 2720
Fetum 675
Feuilleton 247.000
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Unglaublich, was man alles bei Google abzapfen kann. Besonderen Dank an Frosch2 für
[url="http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0920cyt/gogi.htm#10"/url]*.Man findet darin eine nicht enden wollende, aber unglaublich präzise Dekonstruktion der Sit-com "Golden Girls", die mich bewegen wird, mir nächstens den Film zum Buch anzusehen.
*Der link ist blau bei Frosch2
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wir sind aber die hoeflichen paparazzi. naja, ich selbst vielleicht nicht wirklich, aber verfemmemmmemmmemmm. ausserdem ist die situation groupiesk, und da gibts haue fuer. aber das mit dem "idiot" hat mir gefallen. hihi.
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Tut mir leid, daß ich die Kriterien, nach denen hier gepostet werden sollte, nicht aufmerksam genug gelesen habe, kommt nicht wieder vor, ich Idiot.
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DAS ist der richtige Geist! krug kriegt einen halben noppenpunkt von mir fuer schnelle und richtige reaktionen.
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Nun seien Sie doch nicht so dünnhäutig, Krug, da bekommt man ja ein schlechtes Gewissen. Mir hat Ihre Geschichte gut gefallen, aber nun ist's leider zu spät.