Uecker, Transen, Antilethargikum
Ich freue mich riesig, euch zum Flokatiweben angeregt zu haben, auch wenn ich nicht mehr mitkomme. Ich liebe eine tolle Frau, deshalb habe ich gerade wenig mit Transen am Hut (na da eigentlich sowieso nicht) und nicht mal den Fernseher eingesteckt. Aber dank der Beschreibung ist mir die Herr Uecker glaube ich ein Begriff.
Hier in der Schweiz spielt man mit dem Gedanken, bei der vorliegenden Windlage und einem gezielten Supergau Osteuropa atomar zu verseuchen. Die stehen Kopf, weil ihr widerlicher Bäckermillionär DJ BOBO, der in Japan DJ MUSCHI heisst, wie er mal glucksend bei Schmidt erzählte. (Das war früher, da sah ich noch zusammen mit Transen Ternsehen.) , also das ihr Superstar vorgestern rausflog. Ist das schon heute? Der Endausscheid? Wie gesagt ich hab den Stecker nicht drin. Im Fernsehen. Und lege mir jetzt einen gelben Pullover um, für einen Grillabend mit den Schwiegereltern.
Wenn das heute ist, wünsche ich Herrn Cicero alles Gute, den mir wiederum eine Schweizerin empfahl, weit bevor der Deutschland bekannt wurde.
Du wolltest Hamburg, ich wollte Berlin, es wurde Schwerin... da lache ich immer noch und beneide den Texter.
Und lieber RAPSAK, verwunschene Theaterstätten wären ja fast ein eigener Strang. Und dann die Unterabteilung "verwünschte Theaterstätten".
Danke nochmal und bitte weiter aufgeregte Liveberichte aus Helsinki, für einen Deutschen der den Stecker nicht mehr ganz drin hat, hier in der Schweiz.
Verka, Roger und der Stecker
Schwiegereltern haben meist, neben einem Grillappart auch einen Fernseher, so dass ich die Highlights des gestrigen Abends sehen konnte. Sehen, denn den Ton liessen wir die meiste Zeit abgedreht, um die üblichen Grillgespräche zu führen.
Also, zum Beispiel, welcher der Aufenthaltsorte den grösseren Einfluss auf Nietsche hatte, was Wagner sah, als er das Siegfriedmotiv ersann und warum Goehte auf dem Gotthard zweimal gekehrt hat und dann auch noch an Schiller verschenkte, was er dort hörte, der deshalb bei den Schweizern einen Stein im Wasser hat. Halt die üblichen Themen zwischen Schweizern und Deutschen.
Ein paar mal drehten wir am Tonknopf. Den Roger fanden sie toll, das ist am Anfang so und völlig richtig, man weiss es nach Besuch eines Konzertes oder dem Hören der Platte, das er immer gleich klingt. Auch gestern. Warum dieser Mann sich das antat, verstehe ich nicht.
Schon als die Serbin nach ihm in reziproker Kleidung und Haltung ihr Schmachtding sang, entfuhr mir eine Voraussage, die später viel Eindruck machte.
Natürlich sah und hörte ich mir Verka an. Nicht ganz mein Gechmack. Aber ich würde auch geblitzt werden, wie du RAPSAK, auf der Flucht vor ihr. Lustig war es schon. Aber irgendwie eben auch Fasching. Ich wurde an an ein Marianne Rosenberg Konzert erinnert, an dem sie als Frau aus dem Mond oder so auftrat und sehr ähnlich gekleidet war.
Schwierig war, den Schwiegereltern zu erklären, warum ich unbedingt diese Verka sehen wollte und wieso ich bei Marianne Konzerten mit Männern getanzt habe.
(Weil einfach keine Frauen da waren. Es war wie bei der Armee.)
Den Ton wurde erst bei den Wertungen wieder angemacht. Die Kommentare des Schweizer Moderator Benni Turnschuh klangen wirklich so, als ob nächste Woche der eiserne Vorhang wieder fällt. Mit den Deutschen hatte er Mitleid.
"Sapperlot wie bigott" hiess mal eine Bar in Luzern in der ab und an jemand beim Morgenkaffee und Gipfeli erschossen wurde.
Meine Schwiegermutter schneuzte in meinen umgelegten gelben Pullover, als wir die Wertungen für Roger sahen und machte unhöfliche Bemerkungen als die Schweiz zwölf Punkte für die Serbin gab. Sie vergass kurz, dass die vielen, vielen Serben die hier Leben, Ausländer sind, wie ihr zukünftiger Schwiegersohn auch.
Das Schweizer Fernsehen drehte schon beim Abschlusslied den Strom ab und so hörten wir die kleine Dicke auf dem Deutschen weiter. Zu Beginn der Aftershowshow, wurde ein Herr Uecker begrüsst. Er ist nicht der, für den ich ihn nach den Berichten hier hielt. Oder der Bart ist neu, egal ich sah nicht genauer hin und sagte meinen entsetzten Schwiegereltern nur, der Mann da rechts auf der Bank hat schmutzige Finger.
Fazits des Abends.
1.)Ich lasse meinen Fernseher auch in Zukunft ausgesteckt.
2.) Statt dessen muss ich die Sorgen zerstreuen, die sich nun meine Schwiegereltern um ihre Tochter machen.
Schönen Sonntag!
Geht raus!
Dabei stelle ich mir vor, wieviel Kopfweh, alle die an der Show Beteligten wohl haben werden, wenn sie heute Abend aufstehen.