Nun ist Katja Kessler nicht wirklich prominent, die Bild hat nur entschieden, dass sie es ist. Deswegen kennt sie jetzt jeder. Ob er will oder nicht. Wie das eben mit so vielen Promis in Deutschland ist. Niemand kann sie leiden, aber man zieht sie halt mit durch, sollen ja nicht leben wie Hunde.
Andererseits: Es ist schön, wenn die Leute von der Straße kommen. Da kann es nur freuen, dass die arbeitslose Kassenzahnärztin ihre Liebe zur Selbstdarstellung entdeckt hat und mit einem kleinen Bild auf der Rückseite der großen Bild erscheint und klatscht. Leider nicht gegen die Wand, sondern über Hinz und Kunz, Bohlen und Naddel, Diddel und Daddel. Zu Zeit ist sie ja im Mutterschutz und trägt das wahrscheinlich unsympathischte Baby des 21. Jahrhunderts aus: einen echten Dieckmann. Aber das ist ein ganz anderes und vor allem ein Thema für die Gen-Forschung...
Uns Katja habe ich öfters beobachtet ohne es zu wissen. Beim Einkaufen im Walmart hinter dem Millerntor auf St. Pauli. Ein sehr nettes Supermarktgeschäft, in dem Leute vor den Nudeln biszarre Alkohol-Psychosen ausleben, wo immer ein Mann mit einem durch Schorf und Kopfhautfett verklebten Haar-Helm umherschlurft, dabei Schnabelschuhe trägt und riecht, und wo Horden von Muselmanen grundsätzlich JEDEN Karton in den Regalen der Elektroabteilung aufreissen, gleich welchen Inhaltes, nur um zu schauen, ob das was draufsteht auch drin ist, obwohl sie es dann gar nicht kaufen wollen.
An der Kasse fiel sie mir dann ins Auge. Eine damals noch absurd toupierte Rothaarige. Was genau meine Aufmerksamkeit erregte, war sicherlich nicht sexueller Natur. Der Supermarkt-Kassen-Flirt ist schließlich legendär und verkürzt die Wartezeit unheimlich. Doch wir sind uns wohl einig, dass Frau Kessler – wie wir Alemannen sagen – doch e ziemlichi Pfann‘ isch (ab zum Pfanne-Fescht bei Teflon). Also was erregte meine Aufmerksamkeit, abgesehen von den toupierten Haaren, der komischen enganliegenden Lackbekleidung, den Stiefeln bis zum Hals und der ganz bemerkenswerten Frechheit, mit der diese Dame die arg- und harmlose Dauerlächel-Kassiererin anherrschte??
Das, was Frau Kessler da hinter dem Kunden-Dazwischenleg-Hölzchen aufgereiht hatte.
Ich übertreibe jetzt nicht: Es waren mehrere, blutige, in Plastik vakuumverpackte Fleisch-Brocken. Sehnig, fettrandig, mit Knochen. Sicherlich 4 Kilo, obwohl mir meine Erinnerung in meinen Träume manchmal einen Streich spielt und ich plötzlich 4000 Kilo blutiges Fleisch vor mir sehe und eine lackdominante Katja Kessler mit Gerte obenauf.
Ich möchte gar nicht wissen, was sie mit dem Fleisch gemacht hat, liebe Pappen, da könnt ihr mal schön fantasieren. Nur soviel, damals war sie noch nicht mit Dieckmann zusammen, was den Einkauf kulinarisch plausibel gemacht hätte.
Gestern habe ich erfahren, dass Frau Kessler sich neuerdings in Eppendorf mit einem Chauffeur zum Penny-Markt fahren lässt. Während sie drinnen billige Scheiße kauft, wartet der Fahrer im Parkverbot. Das hat ja schon wieder Stil, irgendwie und doch auch wieder nicht. Ach.
