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Gilbert & George
Um dem Wiederauftauchen einen Sinn zu geben, hier eine Begegnung von Anfang Februar.
Es gibt hier vor Ort ein Café, KUB des Namens, das bereits weniger bekannte Fussballer beherbergt hat, die auch in diese Rückrunde nicht gut gestartet sind und obendrein gegen Mattersburg verloren haben.
Neulich, zur Mittagszeit traten dort allerdings erhebliche Zelebritäten ein, die allein durch Ihre äußere Gestalt Blicke auf sich zogen. Zwei seriöse ältere Herren in grau-grünlichen Anzügen aus feinstem britischen Zwirn, der eine mit einem dezenten eingewebten gelben Karo, hellgelbe Krawatten, in sich leicht gemustert, einer grauhaarig, der andere mit lichter Halbglatze und Brille. Sie waren äußerst distinguiert, strahlten Zurückhaltung, Kultur und Vornehmheit aus. Briten halt.
Ich dachte, die kenne ich doch. Oder täusche ich mich und glaube sie nur zu kennen, weil sie zwar bescheiden, aber dennoch ehrfurchtgebietend hereinschreiten? Sie wählten den Tisch neben dem unseren. Es gibt sowieso nur zwei Vierertische, aber so hatte ich jedenfalls genügend Zeit, sie anzustarren und mein Gehirn zu durchforsten. Hilfreich dabei war die Anwesenheit der dritten Person, nämlich der des amtierenden Kunsthausleiters, der das schöne Paar begleitete. Gut, und sie sprachen englisch, das half auch. Es waren Gilbert & George, eindeutig.
Sehr höflich und möglicherweise etwas dämlich lächelte ich dann und wann hinüber, damit sie wussten: Jungens, es gibt hier Leute, die Euch fast sofort erkennen.
Sie bestellten je ein Bier und einen Salat mit irgendetwas drauf, Geflügelleber oder Scampi oder was weiß ich, jedenfalls das Gleiche, pärchenartig eben. Dieses nahmen sie dann sehr gepflegt zu sich und plauderten mit ihrem Gegenüber über eine zukünftige Ausstellung. Insofern war es dann doch nicht verblüffend, sie hier anzutreffen.
Aber die Begegnung fühlte sich an wie ein ganz echter Paparazzi-Moment, weil er am hellichten Alltagsmittag so überraschend daherkam. Ich überlegte noch, nach Hause zu eilen, um ihnen meinen Katalog und einen Stift zu bringen, aber das wäre nicht höflich gewesen.
Einen kleinen Dank möchte ich noch Herrn Angeli sagen, dessen Jauch-Besuch mich sozusagen ins Forum zurücktrieb. Und ein kleines Entschuldigung geht an Anko, weil ich FAMILIENNAME, VORNAME nicht beachten konnte
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Schön.
Besonders schön, dass es noch bildende Künstler gibt, die nicht den Saftsack geben. Es geht doch auch anders, Salat, Anzug, Gesittung und Bier.
Schön.
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Genauso. Nur ohne Händchenhalten. Und etwas älter aus. Und sie wählen dezenteres Grün.
Besonders elegant und raffiniert fand ich übrigens, dass sie sehr, sehr ähnlich gekleidet waren, aber doch nicht identisch, siehe das gelbliche Karo. Ich hätte nicht einmal für möglich gehalten, dass es so einen Stoff gibt.
Dass sie sich so häufig selbst abbilden, erleichterte es natürlich auch, sie zu erkennen.
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Vor einigen Jahren stellte mir ein gemeinsamer Freund David Weiss von Fischli & Weiss vor. "Bist Du jetzt Gilbert oder George?" fragte ich, aber weder er noch unser Freund fanden das besonders lustig. Ich aber schon, sogar heute noch.
Eine sehr schöne Miniatur, wuggi, und grämen sie sich nicht wegen der Widmung - immer wenn man wegrennt um den Katalog zu holen sind sie schon weg, wenn man zurückkommt.
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Als im privaten Diskussionsforum zu Hause einmal die Rede auf Gilbert und George kam, meinte einer: "Ach die, haben die nicht den 'Mikado' geschrieben?" Das, lieber virchow, fand ich als einziger am Tisch ziemlich witzig. Ich denke, auch Sie hätten das goutieren können.
Schöne Geschichte!
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Liebe Wuggi, dein Wiederauftauchen ist in sich Sinn genug.
Auch ohne Wiedereinstiegsgschichte wäre es so gewesen.
Aber es ist diese Geschichte doch ebenso erlesen, dezent und fein eingewebt, wie die beobachteten Prominenten.
Die ich bisher noch nicht kannte, zu meiner Schande.
Fischli & Weiss hätte ich auch gerne mal kennen gelernt, Virchow, früher hatte ich mal die Idee, meinen Sohn zu ihnen in die Früherziehung zu schicken, anstatt musikalischer Früherziehung oder so. Mein Freund Frieder glaubte, daß Fischli & Weiss das vielleicht sogar machen würden, seiner Einschätzung nach.
Es schien mir dann aber doch zu aufwändig.
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Angelika, mir ein Rätsel, dass man Gilbert & George nicht kennnt. Das sind doch Götter!
Allein Ihr Film "The world of Gilbert & George" ist ein Dokumeisterwerk ("Gordons makes us very very very very very very drunk", sie wiederholen das so unerträglich oft, während sie sich mir Gin vollaufen lassen und mit ihren unmodernen Anzügen am Boden wälzen, zwischen all ihren kostbaren Mingvasen, keine davon geht zubruch))
Ein Freund von mir (Russel Hasswell) war mal ihr Assistent, später, als er dann schon nicht mehr Assistent war, machte er einen originellen Selbstmordversuch in New York, er schnitt sich die Kehle auf und schmiss sich aus dem 5. Stock seiner Wohnung, er überlebte
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Walt, ich schäme mich ja auch in den Grund, aber woher könnte man Gilbert & George kennen?
Im Fernsehen sah ich sie in den letzten Jahren jedenfalls nicht und da entgeht mir nur wenig, was unter Comedy läuft.
Es scheint sich ja nicht gerade um einen Geheimtip zu handeln, wenn ich das richtig verstehe.
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Da schüttelt es mich ja bei so einer grausligen Geschichte, wenn auch gut ausgehend. Immer noch, hoffe ich. Dass es Deinem Freund gut geht, meine ich. Walter? Du und dieser Vorname, ob Ihr zusammenpasst?
Übrigens glaube ich, es gibt viele, die G&G nicht bzw. nicht mehr kennen. Auch an meinem Vierertisch fragten drei von fünf völlig ratlos "Was ist los? Wer ist das?" als ich tuschelte: "Mein Gott, das sind ja Gilbert & George". Auch als ich sie aufklärte, waren sie nicht sehr beeindruckt, während ich demütig den Moment auskostete, mir das Lächeln einfror und noch nie so blöde unauffällig hin- und wegguckte
Liebe Angelika, es ist also durchaus entschuldbar, sie nicht zu kennen. Vor allem, weil ich hoffe, dass mir verziehen wird, dass ich Fischli & Weiss nicht kenne. Lieber Virchow, klärst Du mich auf, denn meine Ignoranz ist mir peinlich?
Ansonsten erfreut mich die wohlwollende Stimmung, die hier herrscht. Alle sind so höflich und zuvorkommend. Man möchte fast bleiben.
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Wuggi, sein Sie ein Lieber und nennen bitte der Frau Maisch die einschlägigen Geheimtippdienste. Sonst sucht die Arme gar noch abends auf Pro7 nach den beiden. Danke.
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Angelika, da haben wir uns überschnitten.
Anbei ein für sie typisches Bild, jetzt einfach nur stellvertretend für viele aus dem Katalog abphotographiert - deshalb die schlechte Qualität. Wenn es überhaupt klappt.
Vielleicht sind sie Dir in einer Ausstellung oder einem Museum doch mal untergekommen.