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fernsehen kann amüsant sein, vor allem, wenn man gerade von zu hause ausgezogen ist und 500 km von seinem elternhaus entfernt, erste freundschaften knüpft und es sich kuschelig zu zweit vor der glotze gemütlich macht.
fast wie daheim. mein freund heiko und ich guckten mitte der neunziger jeglichen schrott, der so über den bildschirm flimmerte, wir hielten uns dabei die bäuche vor lachen, äfften dialekte nach, unsere sprache begann sich zu verändern, wir redeten plötzlich in einem insider-fernseh-slang.
kurz gesagt, es war eine schöne, unbeschwerte zeit.
unsere lieblingssendung damals lief auf dem phänomenalen sender 'mdr' und hieß 'je t«aime-wer mit wem'. dort suchten ostdeutsche singles in breitem sächsischen platt vor laufender kamera eine zweite hälfte.
das hörte sich dann ungefähr so an:
'güdn obmd, meine damn ün hern, mein nome is nobbet schimmelpfennisch und für eine dome mains herzns wüdd isch alls vosuchn.' usw., es war ein heiden spaß diesen verlorenen seelen zuzugucken.
und jetzt kommt«s: der moderator dieser sendung, die eigentlich meiner meinung nach längst den grimme-preis verdient hätte, hieß frank liehr. der mußte dann irgendwann aufhören, weil ihn seine stasi-vergangenheit einholte.
wie ich gerade aus sicheren quellen erfahren habe, hält er sich inzwischen im osten berlins auf.
das kam nämlich so...
ein freund von heiko, suchte gestern bei starkem regen irgendwo im osten von berlin den ikea-markt. der regen prasselte auf die fensterscheibe des autos des bekannten, dunkel war«s und er schließlich sehr verloren und hilflos. er fuhr von der hauptstraße ab.
auf einmal hupte ein großer fetter neuer audi und heraus stieg niemand anderes als unser geächteter, aber hilfsbereiter frank liehr. das nummernschild trug seine initialen: fl, zumindest in der mitte.
er stieg aus, um dem verloren gegangen den weg zu ikea zu weisen, zu den elchen sozusagen.
ist das nicht schön? der krisengeschüttelte moderator paparazzt beim akt der nächstenliebe, beim hilfsbereiten akt am menschen.
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Ich war immer ein Fan von Frank Liehr. Es wäre ein leichtes gewesen, die armen Teufel im mdr vorzuführen, aber Liehr hat die immer mit einer soliden Basis-Sympathie interviewt, so dass sich keiner zu klein vorkommen musste. Er hat das - ganz ohne Ironie jetzt - sehr gut gemacht.
Gemein waren die Aufnahmeleiter, die die Leute gerne in einen Burggraben gestellt haben. Dort durften sie dann - von oben abgefilmt - Sätze sagen wie:
'Ich suche eine Partnerin, die so ganz anders ist als ich: nämlich spontan, warmherzig und humorvoll'
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tristram, frank liehr war ein kleiner gott und seine sendung höchst unterhaltsam.
ich werde ihn nie vergessen.
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Frau Mandl, sie sinn genau de rischdsche Frau fier misch. Isch hab des domahls och bei 'Schätt ehm' brobiert, hadd sisch aber keene gemeldet. Also wie wärs mit uns?
Isch hab n Einfamilienhaus und bin Nischtraucher. Außerdem kann isch gans gud midd kinnern und vieschern.
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Und jetzt kommt's: Ich habe mal gelesen wie jemand gehört hat wie ein Moderator beim Akt paparazzt wird.
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sind ramona und jürgen drews nicht dafür bekannt, daß sie alles, alles vor der kamera machen?
zu fränkie-boy:
ich dachte nur, daß er seine schmutzige stasi-vergangenheit jetzt mit hilfsbereitschaft wettmachen will, daher der 'akt der nächstenliebe'.
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Julia, jetzt mal im Ernst: Ich weiß bei Ihren Beiträgen oft nicht, ob ich vergnügt grinsen oder angewidert keifen soll. Generationen von Forumsneulingen wurden hier abgesnobbt, wenn sie auch nur einen Relativsatz falsch beendet hatten - Sie aber sind jenseits jeder Kritik. Nehmen Sie dies als Kompliment.
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Julia hat hier auch eine harte Schule hinter sich.
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...aber ich bin mit der kritik gewachsen.
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Es hat halt nicht jeder so gut wie du, Moser.
Privatbenimmlehrer und die ganze Feudalkacke.